Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: taz (Seite 27 von 47)

Keine gemeinsame Weltsicht

Libyen-Konferenz / Indien / 1,5 Mio. Bienen
Ging es um Libyen? Oder Berlin und seine Bundesregierung? Bei der machtvoll-aufwendigen Inszenierung der Berliner-Libyen-Konferenz – wurden die Staatsgrenzen damals nicht auch mit Berliner Linealen gezogen? ist diese Parallelität der Formen inszenatorische Absicht? – ist das nicht wirklich durchgehend klargeworden. Die meisten inländischen Berichterstatter*inn*en funktionierten und transportierten brav den Regierungsspin. ich empfehle dieses 7-Minuten-Gespräch im DLF (Audiodatei) mit dem ehemaligen Afrika-Korrespondenten Alexander Göbel; brav in der Ausdrucksweise, aber immerhin komplett und realistisch in der Problemsicht.
Berlin ist nicht der Nabel der Welt. Der ist heute in Asien, Weiterlesen

Was ist los bei der Deutschen Welle?

Die Kantine der Deutschen Welle (DW) ist in Bonn für ihre kulinarische Qualität bekannt. Veranstaltungen, bei der sie das Catering besorgt, werde gerne besucht. Eine gute Kantine ist eine gute Voraussetzung für ein gutes Betriebsklima. Aber offensichtlich nicht hinreichend. Die DW ist eine (sehr) grosse Arbeitgeberin in Bonn. Inkl. der “freien” Mitarbeiter*innen beschäftigt sie (rechnerisch, nicht alle wohnen hier) 1% der Bonner Bevölkerung. Fast jede*r Bonner*in kennt jemand, die*der da arbeitet. Ich auch.
Ich kenne die Einzelfälle nicht, die Peter Weissenburger/taz in seinem aufsehenerregenden Text beschreibt. Weiterlesen

Der Epstein-Abgrund

Familien Trump, Windsor u.a.: Stimmung unterm Gefrierpunkt
Alle Welt redet von der Klimaerwärmung. In Bonn brach gestern der Frühling aus; den Nachtisch-Espresse nahm ich im Freien ein. Ganz anders in den Familien der Kunden von Jeffrey Epstein: sie haben an den Feiertagen wohl nur das Nötigste miteinander geredet; es herrscht Eiseskälte. Zu Recht.
Wenn Sie sich vor Ekelgefühlen fürchten, lesen Sie bitte woanders weiter. Es wird gleich extrem widerlich. Und es wird mir schwerfallen sachlich zu bleiben. Ich versuchs.
Von Mr. Epstein ist bekannt, dass er tot ist. Wie er totgegangen ist, Weiterlesen

Operette verdeckt Verbrechen – aber welche?

Das Trump- und das Mullahregime scheinen sich zu einer billigen gemeinsamen Inszenierung verabredet zu haben. Zielgruppe dieser Inszenierung sind nicht vernunftbegabte und mit einem Minimum an Intelligenz (das englische “Intelligence” ist übrigens ein Synonymbegriff für Geheimdienste!) Menschen, sondern ihre jeweils eigene innerstaatliche Anhänger*innen*schaft, also definitiv die Doofen ihres Landes. Sie stellen in diesen grossartigen Ländern nicht die Mehrheit der Bevölkerung, weswegen es für ihre Regimes umso wichtiger ist, sie möglichst 100%ig zu mobilisieren, mögliche politische Gegenbewegungen dagegen generalstabsmässig zu deprimieren – und damit zu demobilisieren.
Das scheint aktuell gut zu klappen. Weiterlesen

München / Kolonialverbrechen

Ein Münchner in Berlin, das allein muss schon depressiv machen. Andreas Rüttenauer/taz ist von haus aus eigentlich Sportredakteur. Anlässlich eines merkwürdigen Denkmalsaktivismusses in seiner alten Heimat und der “Neuerscheinung” im Geschenkschuber seiner alten G’schichten beschäftigt er sich mit dem Werk Helmut Dietls (und seiner Clique), und damit zwangsläufig der Entwicklung dieser Stadt. Im Grossen und Ganzen teile ich Rüttenauers Sicht. Nur einige wichtige Eckchen bleiben unbeleuchtet.
Zum Einen ist es die Mediengeschichte, die bei Dietl berufsbedingt immer eine wichtige Rolle gespielt hat. Weiterlesen

Küppi zum WDR

Flach zu Lindner / Gladbacher Hinrunde
Zum Zustand des WDR habe ich keine Lust mehr. Nicht zum Hören oder Sehen, nicht zum Schreiben oder Kommentieren. Wie schön, dass mir Friedrich Küppersbusch in der taz diese Arbeit abgenommen hat: Wenn ein paar Millionen Türkdeutsche im ZDF der Ziegenfickerei beigewitzt werden, hagelt es alle Fernsehpreise Deutschlands und Bild schwingt sich zur heldenmütigen Schildmagd der Satirefreiheit auf. Wenn ein paar Millionen Senioren im WDR als Umweltsäue provoziert werden, wird das Stück gelöscht, der Intendant zum Zensor und in Bild deliriert Wagner von „der Entlassung der Verantwortlichen“. So viel zum „linken Mainstream“ in diesem Land. Weiterlesen

Lunte Libyen / Leipzig / China / Australien

Eine Sache, in der ich gerne unrecht behalten würde. Das Drehbuch zum nächsten Libyenkrieg wird abgespult, wie die Nachrichten von Jürgen Gottschlich/taz und hier z.B. der FAZ nahelegen. Beachten Sie: für Herrn Erdogan ist die Alternative zum “Zuschauen”: Panzer. Mir kommt das bekannt vor.
Leipzig “Herbstmeister”? Von wegen. Red Bull ja, Leipzig keineswegs. Martin Krauss/taz erklärt es, ganz politökonomisch.
Hierzulande rätseln alle, wie die Chines*inn*en die Totalüberwachung durch ihren Staat nur so gut finden können. Weiterlesen

Mesut Özils Irrlichtern macht alle wuschig

Vom Fußballkäfig in Gelsenkirchen-Bismarck in die Geopolitik ist ein weiter Weg. Da kann einer schon mal ins Stolpern kommen, Massstäbe und Orientierung verlieren. Sie zu behalten ist ja schon unter “normalen” Umständen nicht leicht. Mesut Özil ist jetzt 31, sehr, sehr reich geworden. Um die wenigsten seiner umfangreichen Angelegenheiten wird er sich noch persönlich kümmern können. Und wenn ers doch versucht passieren ebenso Unfälle, wie wenn es sein Familienmanagement für ihn zu übernehmen versucht.
Zur politischen Bewertung seiner neuesten Ereignisproduktion verweise ich auf Alina Schwermer/taz Weiterlesen

Krieg der Kriminalämter

Fall Amri/Breitscheidplatz-Atttentat von 2016 weitet sich aus
Jetzt gehen sie aufeinander los, die Kriminalbeamten. Ein Ende ist nicht absehbar. Immer noch ist unklar, welche Monstrositäten sich dahinter verbergen. Erst die Verschleierung der hinter den NSU-Serienmörder*inne*n operierenden Kräfte, jetzt die sich gegenseitig auf die Zehen tretenden V-Leute, die den mutmasslichen (oder muss es wieder heissen: angeblichen?) Attentäter Anis Amri vor seiner einer möglichen Befragung vorausgehenden Erschiessung rundum mit Beobachtung und Infiltration versorgten. Weiterlesen

Ethnisierung der Kriminalität (II)

Kompliment, Herbert Reul. Deutsche Medien sind immer noch bereit, sich von Deinem Agendasetting am Nasenring durch die Arena ziehen zu lassen. So widmete die ARD gestern abend – ich habs nicht gesehen – Reuls Lieblingsthema “Clankriminalität” einen ganzen Sendeabend. Rund 3 Mio. haben ihn sich zugemutet, für die ARD knapp unterm Durchschnitt (ist der Montagabend wg. des ZDF-Spielfilms immer). Da ich nicht dabei war, will ich über die Qualität des Gebotenen nicht richten.
Autor Olaf Sundermeyer, der die Dokumentation nach der Tagesschau gemacht hat, ist kein billiger Fall, Weiterlesen

Der gute Zweck von Niederlagen

Als Spitzenreiter kann mann Geschenke verteilen. Das tut Borussia Mönchengladbach bisher sehr gerecht. So haben wir beim BVB verloren (zweimal), damit die Herren Watzke und Zorc keine billige Ausrede bekamen unseren alten Freund Lucien Favre für teuer Geld rauszusetzen. Noch schöner die Niederlage gestern: gibt es eine bessere Pointe zum Einzug der Geldsäcke bei den Angebern von Hertha BSC, als einen 5-Punkte-Vorsprung von Union? Weiterlesen

3 Jahre kein Regen

Wir im Rheinland wurden zu Beginn dieser Woche von Regen verwöhnt. Die Temperaturen sind, jahreszeitgemäss, unangenehm niedrig. Klimaerwärmung kann nur grüne Propaganda sein, oder? Nunja, stimmt leider alles nicht. Allein ein Blick auf den Rheinpegel sagt mir: will der gar nicht mehr steigen? Aber das ist alles Paradies gegen die Weltlage. In Lesotho, das liegt als selbstständiger Staat mitten in Südafrika, so ähnlich wie Bonn im Rhein-Sieg-Kreis, nur kleiner, hat es drei Jahre nicht geregnet. Die wilden Tiere bekommen Nahrung weit von Menschen herangefahren, dass sie nicht verenden. Lange wird das nicht mehr funktionieren. In Kapstadt haben sie sich schon an Wasserrationierung gewöhnt. Ich merke bei diesem Text des politisch denkenden Schriftstellers Ilija Trojanow: Reisen bildet. Weiterlesen

“Alte Frau” – mit 49?

Was würden die schönen Frauen Anne Will (53) und Miriam Meckel (52) dazu sagen? Ist eine Frau in oder nach der “Bioklippe” alt? Ich kann solche Selbstbezeugungen natürlich nicht nachempfinden, aber streng sachlich und empathisch würde ich auf der Einsicht bestehen, dass es eine Frage der jeweiligen individuellen Einstellung zum Leben ist – und die Antwort darauf unabhängig vom Fortschritt des Lebensalters in einem beständigen Wandel sein wird.
Ich beziehe mich damit auf ein Interview Weiterlesen

Profisport: bloss nicht an Enke denken!

Konzerngier dreht Sportler*innen-Körper durch den Fleischwolf
Während die FAZ einen entsprechenden Hintergrundbericht von Jürgen Kalwa hinter ihrer Paywall vermauert hat, nimmt sich Alina Schwermer/taz noch mal das Oregon-Project des Nike Konzerns vor. Erkenntnisfördernd ist ihre Einordnung in zahlreiche Paralellvorgänge in anderen Sportarten. Der Widerstand wächst, inspiriert nicht zuletzt durch die #metoo-Bewegung. Das ist vielleicht in diesem Zusammenhang die beste Nachricht.
Andere wirken dagegen wie lernbehindert. Oder von der Not getrieben, Weiterlesen

Arbeiterklasse – was ist noch übrig?

Nach Lektüre dieses – bei ihm immer – lesenswerten Essays von Robert Misik/taz, zog ich gedanklich diesen Schluss: wenn dem Neoliberalismus was wirklich gelungen ist, dann die Zerstörung der gesellschaftlichen Grundlagen zur Entstehung von Solidarität, mitsamt fast aller relevanten Organisationen, die sich um sie bemühen. Was Rezo am Beispiel der CDU nur erträumt hat (über 16 Mio. Aufrufe), ist in Wirklichkeit schon da. Weiterlesen

Denkende Sportler*innen

Fritz Keller, der neue DFB-Präsident, der aus dem idyllischen Freiburg kommend jetzt in der Bankenstadt Frankfurt residieren muss, hat seinen ersten programmatischen Text veröffentlicht, beim AfD-nahen Springerverlag. Wenn einer wie Keller das meint tun zu müssen, lässt das den Schluss zu, dass seine Medienberater*innen in der DFB-Zentrale, und das sind nicht wenige, anders als der frühere Medienchef Harald Stenger und der frühere Übungsleiter Jürgen Klinsmann, meinen, der deutsche Profofussball sei auf eine Allianz mit diesem Verlag angewiesen. Nicht nur bedauerlich, sondern auch falsch. Wohin das führt, Weiterlesen

Kandidiert selber!

Die Denksportaufgabe von Benny Hoff / Klima brutal / Fußball brutal
Matthias Greffrath/taz erinnert an die Regierungserklärung von Willy Brandt vor 50 Jahren. Im nachhinein betrachtet waren die damit einhergehenden Politikwechsel, und zwar gerade in der von Greffrath kritisch beschriebenen Beschränktheit, eine Voraussetzung dafür, dass der kapitalistische Westen den realsozialistischen Osten (Deutschlands) besiegen konnte. Willy Brandt war mehr Nationalist, als die meisten seiner Fans glauben mochten Weiterlesen

Wiener Schnitzel / Brunello

Ob sie zusammen genossen werden sollten, muss jede*r für sich selbst ausprobieren. Es wäre nicht meine erste Idee. Ich möchte hier nur auf aktuelle Texte zu ihnen hinweisen.
Das beste Wiener Schnitzel in Bonn habe ich bisher hier genossen. Jörn Kabisch/taz empfiehlt dagegen eine japanische Version, weil sie am pfleglichsten mit dem Fleisch umgeht. Seine Darstellung spricht mich an, weil ich nicht ausschliesslich fleischlos esse, Weiterlesen

70 Jahre “was die andere Seite denkt”

Das Zitat ist von taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, der ich auch in dieser Würdigung zustimme: “Nirgendwo lässt sich besser nachlesen, wie Neoliberale die Welt sehen. … Sobald es ums Geld geht, ist niemand genauer als der FAZ-Wirtschaftsteil. … (er) … berichtet zudem nicht nur über Unternehmen, Börsen oder Wirtschaftspolitik. Auch die theoretischen Debatten der Ökonomenzunft werden liebevoll abgebildet. In der FAZ lässt sich kleinteilig verfolgen, wie sehr die neoklassischen Mainstream-Professoren an ihrer eigenen Theorie leiden.” So lässt sich der Gebrauchswert dieser Zeitung heute zusammenfassen – sofern sie ihr Wissen nicht hinter einer Paywall vermauert.
Über dieses Gesamturteil hinaus möchte ich zwei ehemalige Mitarbeiter würdigen, Weiterlesen

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