Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Ruhrgebiet (Seite 14 von 20)

11 Jahre Stabsstelle Integration der Stadt Bonn

Letzten Freitag feierten 200 Menschen im LVR-Museum den 11. Geburtstag der Stabsstelle Integration in der Bonner Stadtverwaltung. Es gab eine Filmvorführung “Bleibeperspektive – eine machtvolle Praxis” und ein spannendes und witziges Podiumsgespräch mit Prof. Aladin Mafaalani und Prof. Paul Mecheril. Die inhaltlichen Impulse der Stabsstelle für unsere Stadt wurden sehr gelobt. Im folgenden dokumentiere ich die Pressemitteilung der Stadt Bonn zu diesem Anlass (weiter unten mein Kommentar dazu). Weiterlesen

Ruhrgebiet, SPD – wer schafft ein Comeback?

Ein durchgehend prägendes Problem des Ruhrgebietes ist, dass sein beherrschender Medienkonzern zugunsten optimierter Profitraten auf intellektuelle Interventionen in Diskurse dieser Republik verzichtet hat. Er hat damit eine unsichtbare Wand um die Region gelegt, weil sie vom Rest der Öffentlichkeit trotz Neugründung zahlreicher Hochschulen nur wahrgenommen wurde, wenn es drohte sozialpolitisch zu “brennen”. Dass das nicht passierte, dafür sorgte die IG Bergbau, und liess es sich und ihren Mitgliedern anständig bezahlen.
Dieser beherrschende Konzern war die WAZ, Weiterlesen

Borussia in Gelsenkirchen wie zuhause

Ist das alles ein hinterhältiger Trick der DFL, mich als Fußballfan bei der Stange zu halten? Viele aus meinem Freundeskreis, selbst BVB-Fans, haben dem Profifussball schon abgeschworen. Ich bin auf der Kippe – diese Saison kriege ich das Abschwören nicht wirklich hin.
Zunächst noch ein Dank an die Medien. Für Borussia Mönchengladbach ist es echt super, dass Ihr an Personal und Recherche spart. Weiterlesen

Sorge um Roland Appels Gesundheit

Maischberger / Horst Stern / Frankfurter Schul-Hofkeilerei / Barca
Gestern fanden Sie hier u.a. folgendes Zitat von Alexander Kluge: “Ich muss die Wähler der AfD ernst nehmen, die Partei nicht. Im Fernsehen geschieht das Umgekehrte. Was die Wähler in den ostdeutschen Ländern möglicherweise wollen, wird nicht untersucht. Die Organisation dagegen wird durch Zitat dauernd verbreitet.” Wie ein Weissager. Denn heute finden wir als Ankündigung der ARD-Kirmes “Maischberger”, Weiterlesen

Mediathekperlen: Tatort-Bundesliga

Weiter unten: Verteidigung des “Schönen Leo”
Der Dortmunder Tatort von gestern polarisiert die Kritik. Das ist schon mal ein exzellentes Erfolgsfundament. Über 9 Mio. sollen zugeguckt haben. Das ist nicht wenig, dürfte aber stark von den Aussentemperaturen beeinflusst gewesen sein. Einig ist sich die Kritik nur im Lob der Schauspieler*innen*kunst. Wenn das Ensemble neben einer Weltklasse-Lady wie Bibiana Beglau (ich erinnere an “Barbarossaplatz”!) so mühelos mithalten kann, Weiterlesen

Wieviel Region braucht der Mensch?

Das ist zunächst eine philosophische Frage, die mit der Identitätsfindung und mit dem inflationsmäßig verwendeten Heimat-Begriff korrespondiert. Ganz paraktisch wird es, wenn man sich Deutschland ansieht und dabei politische Strukturen erkennt, die Regionen wirtschaftspolitisch im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig machen sollen. So wird z.B. das Rheinland und die Region Köln-Bonn gezielt als polyzentrischer Raum vermarktet. Dabei gilt es kulturelle Barrieren und Abgrenzungen zum Ruhrgebiet und zu Westfalen zu überwinden. Weiterlesen

Wundersame Bahn (XVI)

Tarifeinigung bei der Bahn – ich war beruhigt, als ich gestern zu einem weiteren Familienbesuch ins Ruhrgebiet aufbrach. Um die Fahrkartenverkaufststelle, mit einem richtigen Menschen!, im Bahnhof Beuel zu stützen, und um bei dem hässlichen Wetter das “City-plus” auf der Fahrkarte zur Brückenüberquerung nutzen zu können, erwarb ich mir dort die Fahrkarte … dachte ich … Doch der freundliche Mann musste der Kundschaft erklären, es ginge z.Z. gar nichts beim Fahrkartenverkauf, “auch nicht im Hauptbahnhof und auch nicht in Köln Hbf.”. Schade eigentlich. Doch wundersam: der einsame Automat am Bahnsteig 1 in Beuel ist noch nicht “aus Kostengründen” entfernt worden – er tat seine Arbeit.
Dann, Mist, bemerkte ich, Weiterlesen

Trump&Erdogan / British Infowar / SPD

Es wäre unterhaltsam und amüsant, wenn es nicht so ernst wäre und dabei mit zahlreichen Menschenleben gespielt würde. Die autoritären Charaktere Donald Trump und Recep T. Erdogan haben sich hilflos und inkompetent in den Fallstricken der politischen Wirklichkeit verheddert, und wissen nicht mehr, wie sie da raus kommen. Vordergründig geht es um den Sektenführer Gülen, tatsächlich aber um ihre Geopolitik im Nahen Osten, und akut in Syrien. Zur Amtsenthebung Trumps wird das Ganze nicht führen, es würde auch nur ein Pyrrhus-Sieg. Besser, er würde abgewählt, in zwei Jahren. Oder meinetwegen auch: Weiterlesen

Frankreich / Ukraine / Türkei / Japan

Was an Frankreich ist so kaputt? Es ist die bis heute exzessiv kultivierte Klassengesellschaft. Tania Martini/taz erklärt es uns. Bei uns gibt es das auch, aber verdruckster, verschämter, klandestiner – politisch finde ich ist die deutsche Version der Fortschritt.
Hier und hier sind wir schon auf das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus eingegangen. Ein sehr teures Ende, das das Ruhrgebiet auf Lebenszeit begleiten wird. Es geht auch katastrophal. Fast unbeachtet durch das politische Kriegsgeschehen, werden die alten ostukrainischen Bergbauregionen Weiterlesen

Lange ZAPP-Pause / Eberhard Rondholz

Eine der miesesten Unsitten unserer, der öffentlich-rechtlichen Medien sind die Pausen. Weihnachtspause, Karnevalspause, Osterpause, Pfingstpause, Sommerpause, Herbstferienpause. Wenn jede dieser Pausen aus “technischen Gründen” auf vier Wochen ausgedehnt wird, ist ein halbes Jahr schon voll, bzw. leer. Hinter diesen “Pausen” verbirgt sich nicht, was wir darunter kennen. Sondern eine Sparstrategie der Senderführungen an der Stelle, die am wenigsten Widerstand leisten kann, weil sie abhängig sind: die sog. “freien” und damit schlechtestbezahlten Mitarbeiter*innen, die heute den Löwenanteil des gesendeten Programms herstellen. Weiterlesen

Aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Mit dem deutschen Steinkohlebergbau sterben kollektive soziale Hoffnungen aus, für die noch niemand Ersatz gefunden hat
Zunächst bitte ich Sie um Entschuldigung, wenn Sie jetzt auf dem Weg ins Westfalenstadion sind. Nehmen Sie in Dortmund Hbf. die Eurobahn nach Gelsenkirchen, dauert nur 25 Minuten. Vom Hauptbahnhof auf keinen Fall nach Schalke fahren, auch wenn es “Auf Schalke” heisst. Nehmen Sie die U-/Straßenbahn Richtung Buer. Die Stadionkiste steht auf dem Berger Feld. Wenn Sie sich zum Schloss Berge verfahren, können Sie von da aus laufen.
In dieser Stadionkiste wird – gewiss auch heute – noch ein absurder, ritualartiger Steinkohlebergbau-Kult betrieben. Von den 60.000, die heute im Stadion sein werden, hat niemand mehr existenziell mit dem Bergbau zu tun. Weiterlesen

FAZ-Austern – eine leckere Lektüre-Mahlzeit

Oder umgekehrt: Mahlzeit-Lektüre
Ara Gülers Istanbul

Der Reiseteil der ansonsten überwiegend rechts-reaktionären FAZ ist ein verstecktes Reservat von tollem – noch bezahltem – Journalismus. Er ist diese Woche voller Perlen. Auf Platz 1: Orhan Pamuk. Pamuks Texte sind immer ein Festmahl für Verstand und Gefühle. In der letzten Nacht bin ich im Traum mit einem Linienbus durch die Stadt meiner Schulzeit, Gladbeck im Ruhrgebiet, gefahren. Es ging bei mir um ähnliche Gefühle und Kindheitserinnerungen, wie sie Pamuk so kenntnisreich und gefühlsecht beschreibt.
Sein Anlass: ein Nachruf auf den hierzulande kaum bekannten Istanbuler Fotografen Ara Güler. Weiterlesen

Aussterbende Journalismus-Typen

Andreas Rossmann und Horst Tomayer
Vieles wird heute besser als früher. Journalismus scheint nicht dazu zu gehören. Letzte Woche prophezeite Lutz Hachmeister im DLF (in seinem Schlusswort am Ende dieser Sendung), er werde als “Journalismus der Reichen und ihrer Stiftungen” überleben. Ein grosser Unterschied zum auf Papier gedruckten Journalismus der Vergangenheit wäre das nicht. Was aber tatsächlich auszusterben scheint sind Journalist*inn*en, die sich ein Berufsleben lang mit einem Thema oder einer Sache verbinden.
Zum Beispiel Andreas Rossmann/FAZ, der Ruheständler. In der FAZ lieferte er eine kenntnisreiche Buchbesprechung zum Nachkriegsstädtebau im Ruhrgebiet ab. Weiterlesen

Deutsche Bahn hängt NRW ab

Die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft stand schon immer auf Kriegsfuss mit Nordrhein-Westfalen. Hier wohnen einfach zu viele, in zu vielen Städten. Es gibt hier viel zu viele Hauptbahnhöfe. Das alles macht nur Arbeit und Ärger. Ein schönes Bahnland für eine Aktiengesellschaft wäre eins mit wenigen fetten Zentren und grossen unbewohnten Regionen drumrum (also sowas ähnliches wie Berlin). Da zwischen können dann ICEs, ohne in Wolfsburg o. ähnl. anzuhalten, hin und her brausen – also ungefähr das, was früher Flugzeuge, von denen ein gewisser Mehdorn schon immer am meisten verstanden hat, bedient haben. Natürlich keinesfalls zu niedrigeren Preisen, weil: Aktiengesellschaft!
Ein Bundesland wie NRW ist dagegen eine widersinnige Konstruktion. Weiterlesen

Die Grünen als grosse Projektion

Die Städte(r) wollen grün regiert werden
Wie derangiert das deutsche Bürgertum ist, offenbart es am neuen Demoskopie-Hoch der Grünen. Die Bayernwahl hat bereits gezeigt: es ist nicht nur die Demoskopie, es sind auch echte Wahlergebnisse. Heute wird noch eins dazukommen. Spektakulärer als dieser Oberflächenwind erscheint mir, was das rechtssozialdemokratisch geführte Forsa regelmässig bei städtischen Umfragen in Berlin zutagefördert (zur Kommunalwahl und zur Bundestagswahl): trotz des dortigen Ossi-Faktors liegen dort, und das bedeutet es vermutlich für die meisten urbanen Ballungsräume – mit Ausnahme des Ruhrgebietes- – die Grünen jetzt scheinbar klar in Führung. Die Städter*innen wollen grün regiert werden.
Die Grünen wissen selbst nicht, wie es so weit kommen konnte. Weiterlesen

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