Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Verkehrspolitik (Seite 23 von 27)

Automatisches Fahren – das Rattenrennen ist gestartet

Seit 1978 besitze ich keine Auto mehr. Seit den 90ern habe ich keins mehr selbst gesteuert. Flugzeuge fliegen schon per Autopilot, ICEs fahren vorprogrammiert. Vor einigen Jahren sass ich als Beifahrer in einem Daimler-SUV im Berufsverkehrsstau auf der Hamburger Elbchaussee – der fuhr auch schon selbst. Wenn ich während der Fahrt lesen, essen und trinken könnte, würde ich mir meine Allergie gegen das Autofahren noch mal überlegen. Ich gehöre also zur Zielgruppe. Weiterlesen

Manches braucht halt länger…

Wundersame Bahn XXIII
Mit Datum von 14. Januar 2015 forderte Fraktion Die Linke im Bundestag, spätestens zum 1. Juli 2015 den Mehrwertsteuersatz für Tickets auch im Bahnfernverkehr analog zum Nahverkehr von 19 auf 7 Prozent zu reduzieren, so dass im gesamten Schienenpersonenverkehr nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer zu zahlen sind.
Die Bahnkunden könnten verschiedenen Berichten zufolge um insgesamt um 400 Mio Euro entlastet werden. Das klingt doch gut, Weiterlesen

Es fährt ein Zug von irgendwo

Wundersame Bahn XXII
Wer viel Bahn fährt, erlebt auch eine Menge. Aber das war selbst für mich, der ich mich in der vergangenen Wochen allein fünf Mal von Bonn aus ins Ruhrgebiet gequält habe, ein Novum.
Um am Samstag, pünktlich um 10 Uhr in Essen Kupferdreh zu sein, bin ich als preisbewußter Mensch, der sich im Nahverkehrsbereich bewegt, morgens schon kurz nach fünf aufgestanden, fuhr um 6.35 mit der Straßenbahn Linie 62 zum Bonner Hauptbahnhof. Soweit so gut und alles planmäßig. Den Reiseplan hatte ich mir bereits abends ausgedruckt, aber offenbar nicht mehr so ganz aufmerksam angeschaut. Weiterlesen

Akalin/GA – gut gebrüllt, zu kurz gesprungen

Ich weiss, dass Dylan Cem Akalin, General-Anzeiger-Redakteur und langjähriger Betriebsrat, in jungen Jahren für die Beuel-Berichterstattung zuständig, ein anständiger und sympathischer Kerl ist. Mit neugieriger Zustimmung las ich seinen Kommentar zu den Bonner ÖPNV-Tarifen. Gestern erst musste ich wieder nach Porz und hatte bei meinem Busfahrer wieder grosses Glück: 4 €. Leider ging es bei meinem Doc so schnell, dass ich zur Rückfahrt den gleichen Fahrer erwischte. Und dem war eingefallen, dass er die Tarifvorschriften nicht richtig beachtet hatte: nun kostete die gleiche Strecke zurück 8,20€!
Selbstverständlich sind solche Tarife eine Zumutung. Weiterlesen

Wundersame Bahn XXI

Es gibt Positives zu berichten
Bahnfahren beginnt ja zu Hause. Also zähle ich die Straßenbahn auch dazu.
Und da gibt es Neues und Erfreuliches zu berichten. Also neu – jedenfalls in meiner persönlichen Wahrnehmung ist die Beschilderung in der U-Bahn-Station Hauptbahnhof. Es gibt jetzt nicht nur Anzeigetafeln, die mitteilen, wie viel Verspätung die unten fahrenden Bahnen, also für Bonner etwa die 16 nach Köln oder die 63 nach Godesberg, haben, sondern auch eine elektrische Anzeige, auf den Gleisen in Richtung Ausgang Thomas-Mann-Str., auf der zu sehen ist, ob und wann die oberirdisch verkehrenden Busse und Bahnen fahren. Das bedeutet für mich, wenn die 66 mich mal wieder eine halbe Stunde warten lässt, Weiterlesen

Das Brücken-Desaster

Nein es soll hier mal nicht um das lokaltypische Bonner Selbstmitleid gehen. Nicht alles in dieser Stadt läuft schlecht. Allgemein war vorhergesagt worden, dass mit der Sanierung und langjährigen Teilsperrung der Kennedybrücke das Wirtschafts- und Alltagsleben in dieser Stadt zusammenbrechen werde. Von 2007-2011 dauerten die Bauarbeiten. Und nichts brach zusammen, im Gegenteil. Der reduzierte Autoverkehr verbesserte Luft- und Lebensqualität. Die Baukosten waren 10 Mio. höher als geplant, statt rund 40 auf rund 50 Mio. Welches Bauprojekt kann heute mit dieser Kostensteigerung von 20% glänzen? Weiterlesen

Erinnerungen an die Kaldabahn (Wundersame Bahn XX)

von Franz Kafka

Eine Zeit meines Lebens – es ist nun schon viele Jahre her – hatte ich eine Anstellung bei einer kleinen Bahn im Inneren Russlands. So verlassen wie dort bin ich niemals gewesen. Aus verschiedenen Gründen, die nicht hierher gehören, suchte ich damals einen solchen Ort, je mehr Einsamkeit mir um die Ohren schlug, desto lieber war es mir, und ich will also auch jetzt nicht darüber klagen. Nur Beschäftigung fehlte mir in der ersten Zeit. Weiterlesen

Die 15-Minuten-Recherche (2)

von Wolfgang Hippe

Eine Meldung oder ein Interview, ein Statement oder ein Satz als Anlass zu einer kleinen Recherche. Voraussetzung: Man muss mindestens ahnen, wonach man suchen will. Damit verbunden ist kein Anspruch auf Vollständigkeit, was die erfassten Informationen betrifft. Deren Vielfalt ist natürlich unüberschaubar – Fake News inbegriffen. Kurzum: es geht nicht um „Wahrheit“.

Preisfrage: Was verbindet S 21 mit dem Brexit? Weiterlesen

Wundersame Bahn (XiX)

Gähn … Stuttgart 21 schon wieder teurer
Wenn Sie hier eine neue Nachricht erwarten, lesen Sie lieber gleich woanders weiter. Während die Deutsche Bahn weitere prestigeträchtige überteuerte Schnellfahrstrecken plant, deren Kennzeichen ist, dass Züge nicht halten, die sich aber super mit Schleife an der Lok von Minister*inne*n eröffnen lassen, wobei für Speis und Trank gesorgt sein wird, derweil erklärte das Bündnis Bahn für Alle in seinem Alternativen Geschäftsbericht, dass es für uns als Fahrgäste auf die Netzwirkung ankommt: Weiterlesen

Verkehrskommission / NSU-Ermittlungen / Fußballer-Drill

Dieser Tage tauchte Pascal Beucker in einem meiner Nachtträume auf. Er hatte diesem Blog knapp tausend neue Leser*innen beschert, weil er über Ludger Volmers Aufstehen-Abrechnung berichtete, die taz aber den Originaltext oder eine Onlineverlinkung einspARTE. Heute nun haben zwei weitere Bekannte aus alter Duisburger Zeit miteinander gesprochen, Anja Krüger und mein Ex-Chef (1987) Ernst-Christoph Stolper (ECS). Darin erfahren wir von ECS aufschlussreiche Details aus der sog. “Verkehrskommission” der Bundesregierung. Weiterlesen

Wundersame Bahn (XVII)

Hinfahrt von Bonn nach Essen – 5 Minuten Verspätung geben Gelegenheit, das Baugeschehen rund um den Hbf. zu betrachten. Er ist jetzt auf beiden Seiten so eingemauert, dass garantiert keine bauliche Kapazitätserweiterung mehr möglich ist. Die Bahnsteige sind heute schon für die aktuelle Fahrgastbelastung zu schmal. Ja, Fahrgäste sind eine Belastung. Problemlose Fahrt nach Essen. Erst dort scheitert es an der U-Bahn. Die Anzeige zählt die Minuten nicht runter sondern rauf. Bei 10-Minuten-Takt war es zu verschmerzen. Danke Schwarze Null!
Rückfahrt nach Bonn: Weiterlesen

Fahrräder – es wird zuviel

Demnächst wird mir die Buslinie 550 weggenommen. Mit der erreiche ich von meiner Haustür aus meinen Hausarzt in Porz-Wahn. Wenn ich zur frühmorgendlichen Sprechstunde (ab 7 Uhr geöffnet, Herr Spahn!) losfahre, sehe ich gegenüber auf der Niederkasseler Strasse den täglichen Stau, Licht an Licht. Mein Bus hat eine eigene Spur, fährt zügig (!) daran vorbei, um diese Zeit antizyklisch.
So was ähnliches ist mir auf dem Fahrrad jetzt auch passiert. Weiterlesen

1€-ÖPNV-Ticket / Sonneborn

Mein geschätzter Mitautor Rainer Bohnet hat sich für den VCD öffentlich beschwert, die Stadtwerke würden für das 1€/Tag- bzw. 365€-Jahresticket zuwenig werben. Das stimmt, einerseits. 1.000 Bonner*innen sollen immerhin eins der 17.000 zur Verfügung stehenden erworben haben. Ich nicht. Seine Erfindung war Ausfluss eines Deals zwischen Stadt und Bundesregierung, um um Dieselfahrverbote herumzukommen, ohne die Autoindustrie zu belästigen. Weiterlesen

Abenteuer im VRS (III)

Vom Vorteil des menschlichen Fahrkartenverkaufs
Es war nicht der 1. April, sondern irgendeine nachrichtenarme Zeit, in der das Gerücht verbreitet und sofort wieder dementiert (was dafür spricht, dass viel Wahres dran war) wurde, dass die Deutsche Bahn Fahrkartenautomaten abschaffen wolle – aus “Kostengründen”. Da denkt der Fahrgast sofort: ich bin der Einzige, der den Betrieb stört.
Doch es gibt auch schöne Geschichten. Ich wollte kürzlich von einer Stadt in eine andere Stadt. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg erklärte mir auf seiner Homepage, das koste 8,20 €, unverschämt viel. Als “Handyticket” koste es knapp 1 € weniger. Hmm dachte ich, der ich kürzlich ein zeitgemässes Smartphone erworben hatte, das ist ja schon eine Differenz, die sich lohnt. Weiterlesen

Die grosse Nervosität um die Deutsche Bahn

Es war ein neuer Zug. Der einzige Grossaktionär beschimpfte seine eigene Firma. Die Bundesregierung persönlich, in Gestalt ihres zuständigen Staatssekretärs, schüttete Hohn und Spott über den Laden aus, in dem sie allein bestimmt, wo es langgehen soll. Immerhin: dieses Schlechtreden können wir hoffentlich als Indiz nehmen, dass von Privatisierungsplänen Abstand genommen wurde. Wenn die Verkäuferin selbst die Preise so versaut …
Es hat wohl einen anderen Grund. Weiterlesen

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