Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF (Seite 19 von 43)

Menschenrechtsrelevantes Thema

Andrea Schültke/DLF zieht Bilanz zu sexualisierter Gewalt im Sport
Nachdem mein Freund und Kollege Helmut Lorscheid eben ein berechtigtes Loblied auf Heribert Prantl gesungen hat, möchte ich nachlegen. Andrea Schültke zog gestern kurz vor Mitternacht eine Zwischenbilanz zur begonnenen aber bisher unzureichenden Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Sport. Der Wert von Schültkes Arbeit liegt nicht nur darin, dass sie sich um das Thema kümmert, das auch. Weiterlesen

Massentierhaltung tötet (Menschen)

Und: Einschaltquoten aus! / Kolumnen-Konflikt
Neben dem die Welt quälenden Coronavirus gibt es hierzulande eine Todesursache in Krankenhäusern, die seit Jahren die Tabellenspitze markiert: die multiresistenten Keime. Wie konnte es dazu kommen? Die eine Kritik bezieht sch auf zu häufige Verschreibungen von Antibiotika für Menschen. Die Andere ist der zu häufige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung – hier sehr gut und kompakt erklärt in einer Reportage von Alois Berger/DLF (Audio 7 min).
Sind die öffentlich-rechtlichen Medien noch zu retten? Weiterlesen

Rundfunk-Reste

Manche meinen, Radio stürbe noch schneller als lineares TV. Die Zukunft seien Podcasts. Ich bin Ü60, also ein fauler Sack. Radio hat mich sozialisiert, insbesondere was das Politische betrifft, selbstverständlich auch die Musik. Mein Erzieher war der WDR, bei dem bin ich aber ausgezogen, wie es heute üblich ist, in fortgeschrittenem Alter. Irgendwann wollen die ja sogar das ganze UKW abschalten. Ich höre immer noch Radio, mit einem Sony-Receiver, den ich Anfang der 80er Jahre für viel Geld auf Rat meines technikaffinen jüngeren Bruders bei Radio Pawlak in Essen erworben habe. Japanische Wertarbeit – das Ding läuft immer noch tadellos. Wenn die UKW plattmachen, bin ich wahrscheinlich raus. Weiterlesen

Kompass kaputt

Ist Belarus zahlungsunfähig? Und Ägypten nicht?
Die Sportredaktion des Deutschlandfunks schätze ich sehr. Sie macht noch richtigen Journalismus, im Unterschied zur sonst üblichen Produktpräsentation, die die epidemisch verbreitete Ranschmeisserei verursacht. Umso mehr stiess mir heute morgen auf, als die geschätzte Marina Schweizer zunächst diese Meldung über die Absage der Eishockey-WM in Belarus vortrug, um dann zu behaupten “aus ganz anderen Gründen” sei die Handball-WM in Ägypten umstritten (wg. Corona).
Ich muss an dieser Stelle einschieben: ich hasse es, wenn sich Politik und Medien an scheinbar “objektiven” Zahlen glauben festhalten zu müssen. Weiterlesen

Is’ das WDR? Oder kann das weg?

Ist es Ihnen heute auch passiert? Gewohnheitsmässig schaltete ich heute mittag um 13 h WDR5 an, in der Erwartung, von dort journalistische Einschätzungen zur Wahl des NRW-Ministerpräsidenten zum CDU-Vorsitzenden zu hören. Welcher Sender, wenn nicht dieser? Zu hören war jedoch ein Interview mit einem leidgeprüften Lobbyisten des Textilhandels, der jetzt auf ganzen Kollektionen sitzenbleibt, weil niemand was kaufen kann. Künstlerpech. Hatte ich nicht selbst von der WDR-Programmreform geschrieben? Achso, achja. Wir schalten um zum DLF.
Woanders is’ immer “noch schlimmer”. 😉

Unter 100!

mit Update abends
Bonn auf gutem Weg? – Ruhrgebiet wieder unter Medienquarantäne
Die 7-Tage-Inzidenz in Bonn ist heute erstmals seit Mitte Oktober wieder unter 100 gesunken: auf 97, die Belegung der Krankenhausbetten mit Covid-19 Patient*innen, zwischenzeitlich über 150 ist wieder auf 192 gesunken, 33 davon auf Intensivstation. Gute Nachrichten verkaufen sich schlecht für kommerzielle Medien. Da dieser Blog ohne Kapital läuft, kann er sich gute Nachrichten “leisten”. Weiterlesen

Barbarisierung

Das Geschwätz von “Leben und Tod”
Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es mitleidserregend-amüsant. Es kommt derzeit in Mode, seine eigenen Argumente zu überhöhen, weil es immer “um Leben und Tod” gehe. Ist das nicht immer so? Nein, es nimmt überhand und richtet Schaden an.
Der Södermarkus will eine Impfpflicht für Pflegepersonal prüfen lassen, weil es “um Leben und Tod” gehe. Ja, klar. Wir haben ja genug Pflegepersonal, dass Impfverweigerer*innen leichthändig aussortiert werden können. Weiterlesen

Heute mal One

Tipps für Ihr Quarantäne-Entertainment
Zunächst zu den bösen Fakten. Meine ehemalige Heimatstadt Gladbeck macht Schlagzeilen mit ihrer 7-Tage-Inzidenz über 400 (London liegt über 1.000). Gladbeck ist nicht kreisfrei, sondern zieht auf den Coronakarten der Medien den flächenriesigen Kreis Recklinghausen runter. Gladbeck ist ungefähr ein Viertel so gross wie Bonn, und Sie wissen ja, hier kennen sich auch schon fast alle untereinander. Wenn die Grundgesamtheit so winzig ist, ist vieles von Zufällen abhängig. Kein Zufall ist dagegen, dass insbesondere im Süden der Stadt, Butendorf und Brauck, auch weiter nördlich in Rentfort, überwiegend beengt gewohnt wird. Weiterlesen

Impfgezeter / Antisemitismusstreit

Nichts ist klar beim Impfen. Jedenfalls in Bonn, bis gestern. Es wurde auf Informationen der Landesregierung gewartet. Und deren sichtlich genervter Gesundheitsminister Laumann kann den Impfstoff auch nicht zaubern. Die Politiker*inen werden von teilweise hetzenden Medien gejagt (ausnahmsweise mal ein Hanfeld/FAZ, dem ich zustimme), und lassen sich von denen von ihrer eigentlich jetzt fälligen Arbeit ablenken. So drehen sie sich wieder alle um sich selbst.
Es gibt Menschen, die sich eilig impfen lassen möchten. Ich kenne welche. Ebenso gibt es zahlreiche Menschen, die sich jetzt schon impfen lassen könnten, aber (noch) nicht wollen. Weiterlesen

Hunnenrede

Kürzlich hatte ich bemerkt, dass ich keine Lust habe, das hierzulande anhaltende Impfgezeter zu kommentieren. Das hat gestern für mich Peter Kapern/DLF getan, auf den oft Verlass ist. Er wird noch besser wissen als ich, dass sein Sender Teil des Problems ist. Insbesondere an Wochenenden lesen seine Aktuelles-Redaktionen zu viele schlechte Sonntagszeitungen, und lassen sich von denen die Agenda diktieren, reaktionäre Selbstreferentialität. Weiterlesen

Macht und Herrschaft

Selten habe ich ein Wissenschaftler*innen-Interview gehört, in dem so freihändig mit Begrifflichkeiten, wie Gesellschaft (“Gesellschaft als Risiko”), “Wir” und “man” hantiert wurde, wie heute im DLF mit Armin Nassehi. Den in diesem Interview gewürdigten Ulrich Beck habe ich seinerzeit gegen doktrinäre Kritik verteidigt. Sein Werk “Risikogesellschaft” war für mich ein Prototyp gelungen angewandter Dialektik. Davon konnte linke Politik, wenn sie nicht von gestern sein wollte, nur profitieren. Weiterlesen

Google statt Dörner?

Nadeln im Heuhaufen der Jahresrückblicke

Ich hasse Wiedergekautes im Journalismus. Darum erlebe ich als Vielleser in diesen Tagen eine schwere Zeit. Redaktionen sind im Urlaub. Was sie jetzt über uns ergiessen, haben sie schon in den letzten Monaten produziert, weil ihre Konsument*inn*en glauben sollen, sie wären bei der Arbeit. Im ARD-Programm gestern waren das höchstens 10 Minuten Tagesschau. Drei gute Entdeckungen habe ich gemacht.

Niklas Maak ist einer der klugen Köpfe der FAZ-Redaktion. Er wurde jüngst mit einer offiziellen öffentlichen Entlassungsforderung durch einen verärgerten “Stararchitekten” beehrt Weiterlesen

Diesen Impfern vertrauen?

Mit Update nachmittags
Aus vielen Regionen Afrikas, nicht nur, aber insbesondere auch solchen, die bis 1918 deutsche Kolonien waren, und die bis heute auf Entschädigungen für erlittenes völkermörderisches Unrecht warten, wird immer wieder, zuletzt bei der Ebola-Epidemie, berichtet, dass weissen europäischen absolut gutwilligen medizinischen Entwicklungshelfer*inne*n massives Misstrauen entgegengebracht wird. Warum nur? Dieses Misstrauen ist kein Hexenglauben, sondern erfahrungsgesättigt. Und selbstverständlich sicherheitshalber von Generation zu Generation weitergegeben worden, auf dass sich das Erlittene nicht wiederhole. Weiterlesen

Die Renaissance war gar nicht so

Die Lange Nacht des DLF bleibt das Nonplusultra guten Radioschaffens. Ich nenne sie immer den Mercedes unter den Radioformaten. Das heisst, Sie müssen es sich auch leisten können: drei Stunden zuhören. Wenn Sie es dann getan haben, werden Sie (meistens) feststellen: es hat sich gelohnt, das war eine gute Investition. So ging es mir heute Nacht mit Corinne Orlowskis “Die literarische Welt der italienischen Renaissance – Aufbruch ins goldene Zeitalter”. Sie können das auch tagsüber hören; oder heute Abend um 23.05 h (bis 2 h) im DLF (Kölner Programm).
Die Pointe hören Sie gleich am Anfang. Europa hat sich die Renaissance schöngesoffen, wie es das gewöhnlich mt Italien und seinem schmackhaften Wein, von Grappa ganz zu schweigen, tut. Weiterlesen

Wir sind Erwachsene

Das Missverständnis vom Verkündigungsauftrag der Medien
Ich bin Stammhörer des DLF-MedienquARTEtts. Gestern wurde jedoch das Thema verfehlt. In der Schule bekam ich dafür eine 5. Es lautete: “Wir heißen Euch hoffen – Sollen Medien Zuversicht vermitteln?”. Das Fragezeichen verdeckt nur notdürftig, dass eine journalistisch falsche Denke, mglw. sogar eine bezeichnend fatale Fehlschaltung des real existierenden deutschen Journalismus vorliegt. Weiterlesen

Eine andere Kultur

Österreich droht beim Impfen ein Desaster
Sie sprechen zwar eine ähnliche Sprache. Und dem kulinarischen Zweig ihrer Kultur (Schnitzel, Mehlspeisen, Wein, Caféhaus) bin ich ebenso zugeneigt, wie der Neigung zu witzigem Sarkasmus (sehen Sie die Filme von David Schalko; der letzte Wien-Tatort war von ihm produziert). Mein Lieblings-Österreicher Adalbert Krims ist ein leibhaftiger Klerikalmarxist – das ist an sich schon eine Kunst von Menschwerdung, die ihren Ausdruck in einem Standardwerk über den Woytila-Papst fand. Als Deutsche fürchten wir, dass die total anders sind, und heimlich uns ähnlicher, als wir albträumen. Gechichte, hätte Kohl gesagt.
Heute morgen hörte ich also, dass nur 15-20% des Pflegepersonals in Österreich, Weiterlesen

Verbrecherregime?

Für meine Organisation meines morgendlichen Aufwachens bin ich selbst verantwortlich. Wie komme ich darauf, für mein desaströses Aufwachen die Regierung verantwortlich zu machen? Und warum so radikal? Mich macht morgens kurz vor 7 der Deutschlandfunk wach. Das war schon mein erster Fehler. Der Sender kann nichts dafür. Der macht nur seine Arbeit. Und ich will, dass er sie weiter macht. Da kam heute das, und es war für mich um diesen Tag geschehen.
Was ist das Positive daran? Weiterlesen

Schwer

Ein im schweizerischen Satireblatt Nebelspalter 1920 erschienenes Gedicht gelangt zu neuer Popularität: „Die Grippe und die Menschen“ Zu Beginn der Seuche (gemeint war die Spanische Grippe) fordert das Volk die Regierenden zum Handeln auf: „Was wartet ihr, schützt uns vorm Tod.“ Die Regierenden handeln. Das Volk aber ruft: „Das war es nicht, was wir gewollt. Gebt frei das Tanzen, Saufen.“ So war es, so ist es? Wenn schon öffentliches Alkoholverbot zur Silvesternacht, dann wenigstens massenhafte Glühwein-Partys vor Weihnachten. Weiterlesen

Sicherheit

Zu viel ist auch nicht gut. Würden Bürger*innen sich zu sicher fühlen, würden sie mglw. unleidlich, selbstbewusster, kritischer, widerständiger; manche kämen gar auf die Idee, Regierung und Staat würden unnötig. Ein Minimum an Furcht und Angst ist also nötig, um Herrschaft zu sichern. Die Bürger*innen wollen eine Regierung, die sie vor Risiken und Gefahren beschützt. Dafür wählen sie sie. Wer das nicht kann, wird abgewählt. Wer es lange nicht begriffen hat, muss es spätestens in der Coronakrise kapieren.
Darum reagieren umgekehrt Politiker*innen aller Parteien so panisch auf die täglich verbreiteten Infektionszahlen. Für Fortbildung in Statistik oder gar Virenmedizin haben sie keine Zeit, Weiterlesen

The Winner Is …

… Wissenschaftsjournalismus
Der famose René Martens/MDR-Altpapier kommt zu diesem klaren Urteil. Ich kann das von meiner individuellen Seite bestätigen. Spätestens mit dieser vermaledeiten Pandemie gehören Forschung aktuell/DLF (täglich 16.30 h) und nano/3sat (werktäglich 18.30 h) zu meinem täglichen Medienprogramm, sofern ich zuhause bin. Und das bin ich derzeit ja leider fast durchgehend. Wie schön, dass ich noch Essen holen darf.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders NorénHoch ↑