Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF (Seite 20 von 43)

The Winner Is …

… Wissenschaftsjournalismus
Der famose René Martens/MDR-Altpapier kommt zu diesem klaren Urteil. Ich kann das von meiner individuellen Seite bestätigen. Spätestens mit dieser vermaledeiten Pandemie gehören Forschung aktuell/DLF (täglich 16.30 h) und nano/3sat (werktäglich 18.30 h) zu meinem täglichen Medienprogramm, sofern ich zuhause bin. Und das bin ich derzeit ja leider fast durchgehend. Wie schön, dass ich noch Essen holen darf.

Der Kardinal machts nicht mehr lange

Rainer Maria Woelki muss als Theologiestudent an der Universität Bonn einem meiner erfolgreichsten Vorlesungsauftritte in einem Studentenparlamentswahlkampf beigewohnt haben. Bei den katholischen Theologen aufzutreten, war für alle linken Gruppen ein hartes Auswärtsspiel. Als Kandidat des kleinen, und dazu noch antiklerikalen Liberalen Hochschulverbandes (LHV) bedeutete das Szenario, dass ich als Letzter von allen drankomme, also dann, wenn schon alle eingeschlafen sind. Ich beobachtete, dass die Linken-Kandidaten fast alle betonten, dass sie mal Messdiener gewesen seien, so dass das Publikum nur noch ironisch aufstöhnte. Weiterlesen

Wegrationalisiert

Kölner Kulturproduzent*inn*en zwischen Radikalisierung und Marginalisierung
Ein “Hoch!” auf Stephanie Gebert und das DLF-Wochenendjournal. Frau Gebert war in der Kölner Kulturszene unterwegs (Audio 47 min), förderte viel Bekanntes zutage, und vermittelte zusätzlich Ahnungen von weniger Bekanntem.
Bekannt ist, dass die Pandemie alte Probleme und Entwicklungen nicht nur sichtbarer macht, sondern auch beschleunigt. Die Gentrifizierung von Stadtvierteln, die Digitalisierung von Kommunikation und Kulturproduktion. Nur am Rande kam die Mehrheit der Prekarisierten vor, Weiterlesen

Zu früh gestorben

mit Update mittags
“Gott” und George bei Zeigler
Eine würdige Würdigung des verstorbenen Diego Armando Maradona gelang gestern Arnd Zeigler/WDR. Zu Beginn seiner Sendung schimpfte er über die Metadebatte derjenigen, die sich in den asozialen Netzwerken über die Trauernden belustigen. Ab Minute 20 machte er mit altem Archivbildmaterial die Magie spürbar, die von Fußballern wie Diego und dem ebenso zu früh verstorbenen George Best zu ihrer Zeit ausgegangen ist. Beide Genies verstarben exakt am 25. November – George vor 15 Jahren.
Die Verehrung der beiden hat selbstverständlich auch einen sehr nüchtern zu betrachtenden Kern. Weiterlesen

Humorkritik & Dramen

Von Indien, über Journalismus bis Dinslaken
Seit langem versucht mein Gastautor Dieter Bott die von ihm verehrte Redaktion der Titanic zu einer elaborierten Humorkritik der massenrelevantesten Projekts (5 Mio. Zuschauer*innen, jeden Freitag), der ZDF-heute-show, zu bewegen. Es gibt jetzt eine ernsthafte Erfüllung dieser Forderung, aber nicht von der Titanic, sondern von Markus Metz und Georg Seesslen/”Essay&Diskurs”-DLF. Warnhinweis: es ist nicht lustig, sondern ernsthaft, analytisch und politisch. Der Text ist als Vorkenntnis für die folgenden Hinweise gut geeignet. Weiterlesen

In rechten Händen

Aufregung in den Führungsspitzen der öffentlichen Medien
In Sachsen-Anhalt könnte in den nächsten Tagen nicht nur ein Reissack, sondern ein ganzes Speicherhaus umstürzen. Vordergründig ist es der Geldspeicher von ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Strategisch geht es um einiges mehr: wird die “politische Mitte” von der CDU besetzt? Oder aufgegeben? Neben dem Ministerpräsidenten Haseloff, der die Mitte weiter besetzen will, zieht der Parteivorsitzende und Innenminister Stahlknecht, der heisst wirklich so, die Strippen und will in eine andere Richtung. Weiterlesen

Autobahnen – der “BER” NRWs

Und: Corona-Nachrichten, die es hierzulande kaum in Schlagzeilen schaffen
Berichtet die Regionalpresse? Keine Ahnung, denn wenn, dann ist eine Bezahlmauer drumrum. Der WDR ist ebenfalls mehr mit der Kürzung seiner Informationsleistungen befasst. Und will vielleicht nicht mehr Ärger als nötig. Diese kleine, von der SZ nicht in einer Mauer vermauerte Meldung ist vermutlich, zusammen mit der Leverkusener Brücke, und denen, die ihr noch folgen werden, der grösste Bauskandal unseres Bundeslandes, der bereits mindestens ein nachgewiesenes Todesopfer gefordert hat. Die Meldung besagt u.a., dass das Problem, das eine Frau erschlagen hat, dem zuständig Landesbetrieb Strassen.NRW seit 2008 bekannt war. Weiterlesen

Blaschke

Er erklärt den Zusammenhang von Fußball und Geopolitik
Ronny Blaschke ist ein Ausnahme-Sportjournalist. Von 1:0-Berichterstattung hält er sich ebenso fern, wie von Kollegen, die sich selbst – wie alle Fußballfans – für den besten Bundestrainer halten. Im besten Sinne ist er ebenso ein Fallensteller für all die, die ihre Distinktion daraus beziehen, dass sie mit Fußball nichts zu tun und nichts von ihm wissen wollen. Wer nichts wissen will, versteht dann irgendwann “die Welt” nicht mehr – auch keine Lösung. Zwei Blaschke-Beispiele. Weiterlesen

Biologisierung der Technik

Und: Affen der Fleischindustrie / Literatur-Relotius
Wenn Sie was zum Denken suchen, am heutigen Lockdown-Sonntag, nehmen Sie Matthias Greffrath/DLF: “Anmerkungen zur Automatisierung”, der intellektuelle Höhepunkt dieses Tages (Anne Will fällt nämlich aus 😉 Greffrath wendet sich gegen den Technik-Determinismus. Die angebliche Zwangsläufigkeit vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Entwicklungen lenkt von der politischen Verantwortung, Weiterlesen

Viele Stimmen

Harald Staun ist der verantwortliche Medienredakteur der FAS, der FAZ am Sonntag. Er hat einen klaren Kompass und braucht den auch, denn in der Woche regiert dieses Ressort der schwarze Abt des privaten Konzernjournalismus Michael Hanfeld. Auch unter den Vorgängern Stauns (er selbst hält schon 13 Jahre aus, das ist Rekord) war das Ressort in guten Händen, ein Grund, warum ich mir die FAS gelegentlich kaufte, oder sehr gerne sonntags ins Dante (im Beueler Brückenforum) mittagessen ging, weil sie dort lange auslag (ausserdem sprachen mich die einfachen, aber guten Pastarezepte der Wochenkarte immer an; seit längerem ist die FAS dort leider weggespart, und das WLan funktionierte mir auch zu langsam; gleich muss ich wieder zum l’Olivo, mir was Leckeres holen).
Harald Staun führte ein längeres, politisch relevantes Gespräch mit dem Intendanten des Deutschlandfunks Stefan Raue. Weiterlesen

Soziale Verarmung

Obwohl mein Weinkonsum sich verstetigt, und damit in der Summe erhöht hat, will es mir nicht gelingen, mir die Coronakrise schönzutrinken. Weniger Luftverschmutzung, aber mehr Autoverkehr, Entschleunigung brauchte ich nicht, hatte ich mir schon selbst organisiert. Digitalisierung geniesse ich auch, aber nicht als Ersatzstoff für menschliche Sozialkontakte; das wirkt bei mir nicht. Das kapitalistische dicke Ende ist schon auf dem Weg zu uns: die Brutalisierung der Verteilungskämpfe.
Politisch-analytisch lieferte das heute morgen Stephan Lessenich. Und Susanne Schwarnowski. Weiterlesen

Live-Fetischismus

Schlafen war die beste Option. Wer jedoch glaubte, danach in einer besseren Welt aufzuwachen, musste das als Illusion erkennen. Schlafen kann Kämpfen nicht ersetzen. Gegen Donald Trump kämpfen? Unbedingt. Für Joe Biden kämpfen? Hmmm, ääh, ja gut, geht wohl nicht anders. So ist es dann auch ausgegangen.
Als DLF-Moderator Philipp May heute morgen um 8.50 h gestand, dass wir jetzt “genauso schlau wie vor 5 Stunden” sind, grunzte ich zufrieden in mein Kissen, Weiterlesen

Ich bleibe nicht auf

Selbstreferentielle Medien machen mir heute das Leben schwer
Versuchen Sie heute mal den Tag und den Abend ohne die US-Präsidentenwahl rumzukriegen. Sie werden scheitern. Was soll der Zirkus? Vor morgen früh – frühestens! – weiss sowieso keine*r, wer gewonnen hat. Wir werden also nicht nur stunden-, sondern tagelang von Medien besendet, die es auch nicht wissen. Ein Muster mussten gestern Abend die bedauernswerten Kolleg*inn*en von ZIB2/ORF abliefern: ein Terroranschlag in Wien, sie wussten auch nichts, mussten das aber den ganzen Abend und die ganze Nacht live senden.
Und heute morgen die “Überraschung”: Weiterlesen

Atomtransport durch Beuel?

In Nordenham ist heute deutscher Atommüll angeliefert worden, “an Absender zurück”, nachdem er in Sellafield (UK) aufbereitet wurde. Viele Menschen haben was dagegen, verständlicherweise. Sie finden es nicht gut, dass die (deutsche u.a.) Atomindustrie so weitermacht, als wär’ nichts gewesen, und haben die Absicht, sie zu stören und zu verärgern. Damit habe ich mich zeitlebens ebenfalls beschäftigt.
Wenn Sie sich das deutsche Schienennetz anschauen – Nordenham liegt oben an der Wesermündung, gegenüber von Bremerhaven, das Ziel Biblis in der Nähe von Wiesbaden – Weiterlesen

Impfpolitik

Marylyn Addo, Hamburger Infektiologin, spielt – auch publizistisch – seit einigen Monaten in der ersten Liga der Pop-Virolog*inn*en mit. Sie glänzt nicht mit steilen Thesen, auch nicht mit (überzogener?) Widerständigkeit, mehr mit trockener Sachlichkeit. Über deren Inhalt selbstverständlich immer gestritten werden darf, und muss. Die FAZ hat sie in ihrer Paywall eingemauert. Doch auf die Gefahr hin, dass ich von den Abmahnkanzleien der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH zur Strecke gebracht werde, möchte ich eine zentrale Passage von Frau Addo zitieren. Denn sie forscht auch in einem von derzeit 170 Impfstoffprojekten. Weiterlesen

Wir und die Anderen

Und: Fifa schafft Schweizer Staatsgewalten ab
Schon oft habe ich die Lange Nacht des Deutschlandfunks empfohlen. Es ist wieder so weit. “Wir und die Anderen – eine Lange Nacht der Zugehörigkeiten” von Almut Schnerring und Sascha Verlan ist erstklassiges Radio, Reportage und Essay zugleich. Linear im Radio immer nachts (heute ab 23 h im DLF), aber nachhörbar oder -lesbar hier. Meine Empfehlung.
Nun zur Schweiz. Mein Freud Georg Hundt provozierte in den 80er Jahren Funktionäre der FDJ, er wusste welche Knöpfe wir drücken mussten, Weiterlesen

Fetisch Daten

Daten werden den Fetisch Geld im Kapitalismus nicht ersetzen, sondern ergänzen. Der Perversität sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie letzten Mittwoch der ARD-Film “Exit” schön gezeigt hat (Mediathek bis Ende Januar). In der Gegenwart befinden wir uns diesbezüglich noch in den Mühen der Ebene, repräsentiert durch die Corona-Warn-App. Vor Lockdowns und alltäglichem Ausnahmezustand hat sie uns nicht bewahrt, war aber ein gutes Geschäft. So läuft das im Datenkapitalismus. Näher erklärt das Kuros Yalpani/telepolis. Weiterlesen

Achsbrüche

Geht es zuende? Ich glaube nicht. Systemapokalyptiker, mehrheitlich Männer, gibt es immer weit zahlreicher, als Systemabstürze. Widersprüche, Gegensätze, gibt es mehr als genug. In diesen Tagen brechen viele weitere auf. Das Medienecho auf den zweiten Lockdown ist weit schlechter als beim ersten. Das liegt an durchschaubaren Interessen. Was mich z.B. täglich aus den “Presseschauen” des DLF beschallt, ist niedergehende Medienmacht auf bedrucktem Papier. Also eine aussterbende Art. Von dort kommt Gegenwind.
Die weniger als ein Dutzend deutschen Zeitungsmilliardär*inn*e*n sind über ihre Umsatzverluste nicht amüsiert – weniger Anzeigen, weniger Verkäufe, es geht abwärts. Wenn diese Organe nun gegen Merkels Coronapolitik blasen, Weiterlesen

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