Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: ZDF (Seite 19 von 26)

Aufsteigende Linie

… und weiter Luft nach oben
9:0 Tore nach vier Spielen, das kann auf die Konkurrenz schon einschüchternd wirken. Was sie aber noch mehr beunruhigen muss, ist die kontinuierliche Leistungssteigerung des DFB-Damenteams. An eine ähnlich aufsteigende Kontinuität kann ich mich bei den Jungs nicht erinnern, selbst bei den Titelgewinnen 1954, 1974, 1990 und 2014 nicht. Nigeria war ein stärkerer Gegner, als das Ergebnis (3:0) aussagt. Die Videobeweis-Entscheidungen der ersten Halbzeit Weiterlesen

Eichwald – letztlich impotent

Kompliment an die Serienproduktion des ZDF. Blockbustaz, Tanken, Eichwald, alles Produktionen, die zunächst auf ZDFneo ausprobiert wurden – beim Bingewatching funktionieren sie. Die Dramaturgie der 6er-Staffeln basiert darauf, dass der Anteil des Absurden von Folge zu Folge gesteigert wird. Das Besondere dieses Absurden ist, dass es auf Wirklichkeitskernen beruht. Die Kunst ist, es dem Publikum in einer verdichteten Essenz von 30 Minuten zu präsentieren, mit Sinn fürs Komik-Timing und einer Riege erstklassiger Schauspieler*innen. Weiterlesen

Die „kommentierende Klasse“

Gestern Abend habe ich wie üblich die Wiederholung eines schwedischen „Kommissar-Beck“-Krimis dem Talkshowtrash vorgezogen, zumal es sich um eine Folge handelte, in der der unübertreffliche Gunvald Larsson, gespielt vom überragenden Mikael Persbrandt, noch nicht herausgeschrieben war. Wie es vor der Glotze so zugeht, zappte ich im Krimi-Mittelteil ein bisschen rum und geriet mitten in den Höhepunkt der gestrigen Will-„Show“. Weiterlesen

Humorkritik – telepolis erfüllt Extradienst-Forderung

Vor anderthalb Jahren forderte Extradienst-Autor und Titanic-Leser Dieter Bott von dieser, in ihrer umfangreichen Humorkritik-Rubrik die ZDF-heute-show kritisch zu bearbeiten. Ich habe nicht im einzelnen verfolgt, inwieweit die Titanic dieser Forderung nachgekommen ist. Lust dazu schien sie nicht wirklich gehabt zu haben.
Nun hat sich aber telepolis-Autor Wolf Reiser, der auch noch gut schreiben kann, dieser Aufgabe in einem inhaltlich vergrösserten Umfang unterzogen Weiterlesen

Sehnsucht nach Merkel

Andrea Nahles hat es mit knappster Mühe geschafft, das Ende ihrer Politkarriere selbst zu bestimmen. Ich bedaure, dass es dazu gekommen ist. Ich bin selbst ein Weichei, das die Mehrheit einer Grünen Stadtratsfraktion alltagskulturell nicht mehr ausgehalten hat. Frau Nahles habe ich für viel härter gehalten. Wenn eine es durchhalten kann, dann sie. Dachte ich. Jetzt hat sie vermutlich selbst festgestellt: mit wachsendem Alter wird die Zeit knapper und die Zeitverschwendungs-Frustrationstoleranz schmilzt wie die Arktis. Bei Nahles kommt hinzu, dass sie alleinerziehende Mutter einer 8-jährigen Tochter ist. Es gibt Wichtigeres im Leben als Berlin. Kompliment zu dieser Prioritätensetzung! Weiterlesen

Österreich verstehen – noch’n Versuch

Vielleicht deutscher, als die meisten glauben
Isolde Charim/taz und David Schalko/SZ versuchen ihr Land zu erklären. Charim ist sowieso klug, eine Frau, die was von Dialektik versteht, doch als globale Weltbürgerin wird ihr viel Österreichisches mental verschlossen bleiben. Schalko gibt als derzeit bester bekannter Filmautor des Zwergstaates alle wichtigen dramaturgischen Hinweise. Ich sah gestern den schmierigen Kurz bei Armin Wolf im Interview-Schwitzkasten: Kurz ist so glatt und schlau, dass er ihm entkommen konnte. Weiterlesen

Mobilität und Daten

Ich gehöre zu denen, die auf das selbstfahrende Auto warten. Geschützt bin ich davor durch meine begrenzte Menge Kapital. Ich besitze kein Auto, sondern – gerade deswegen – eine Wohnung. Ein Tesla wäre für mich finanziell das, was zu heutigen Preisen für die meisten der – unerreichbare – Erwerb einer Wohnung wäre.
Dirk Asendorpf/DLF-Kultur gab gestern einen guten Überblick zum Entwicklungsstand Weiterlesen

Mehrheit kann ohne Fußball

73 Mio. Bundesbürger*innen hatten gestern Abend Besseres zu tun, als zwei verhasste Vereine im DFB-Pokalfinale zu betrachten. Sogar unter denen, die nichts Besseres wussten, als die TV-Glotze laufen zu lassen, war es eine 2/3-Mehrheit. Das wird die ARD nicht davon abhalten, noch mehr auf Verbrüderung mit der Fußballkorruption zu setzen. Denn endlich, endlich, war sie gestern mal Quotensieger unter den TV-Sendern Weiterlesen

Nach der Europawahl: Austriasierung?

Es ist alles angerichtet. Doch der Reihe nach. Irgendwo hier am Rheinufer muss Andrea Pawelcik rumlaufen. Sie schreibt in der Jungle World über ihren Kampf mit ihrem Körper. Es ist spannend, es steht Unentschieden. Das Geniale ist: suchmaschinen Sie mal ihren Autorinnennamen und klicken Sie dann auf Bilder. Was sehen Sie als ersten Treffer? Stark gemacht. Und genauso aussagekräftig wie Carola Padtbergs Verteidigung von Mrs. Madonna Louise Veronica Ciccone im Spiegel. Das Gesamtbild, das Sie aus diesen beiden Texten gewinnen können, ist die Magie der Angela Merkel. Weiterlesen

Europawahl – das Einschaltquotendesaster

Gestern war die ARD dran (heute das ZDF). Sie musste was zur Europawahl machen. Ich habs auch nicht geguckt. Hans Hütt/FAZ, der Arme, musste wieder alles aufschreiben. Die ARD schaffte einen Marktanteil von 8%. Zum Vergleich: mit ihren Premium-Serien für die Kernzielgruppe Heizdecken&Butterfahrten „Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ schafft sie 13%- Ich selbst war bei Meuchelbeck (WDR), unterhaltsamer, aber nicht unpolitischer, jede Menge „besorgte Bürger“ machten Stimmung. Und der Quotensieger des ZDF (17%) Weiterlesen

Linke Wutbürger*innen

Die Überraschungspotenziale am kommenden Wahlsonntag 26.5.
Hochsaison für die Marktforschungskonzerne. Kurz vor Wahlterminen haben sie Gelegenheit, sich im redaktionellen Teil der Medien zu präsentieren, ohne Werbezeiten buchen zu müssen, sondern im Gegenteil, dafür noch bezahlt zu werden (wenn auch nicht so fürstlich wie in der Marktforschung und im Datenhandel). Was sie dabei schlagzeilenträchtig verbreiten, sind in der Regel keine Neuigkeiten, keine Nachrichten, sondern Parolen für die doofen Schafe unter den Wähler*inne*n.
Dennoch sind ihre Zahlenwerke nicht wertlos. Weiterlesen

Feuer unterm SZ-Dach

Weiter unten: Guardian, Sergej Dorenko, Joachim Król
Kürzlich hatte ich mich über die Online-Präsentation der SZ beschwert. Komplett unschuldig bin ich dennoch daran, dass die Bossin davon, Julia Boenisch, geboren, wo ich auch geboren bin, mir persönlich bisher nicht bekannt, jetzt unter schweres Feuer geraten ist. Das berichtet die in meiner Respekt-Skala weiter aufsteigende Anne Fromm/taz. Den Text von Boenisch, auf den sich die Aufregung bezieht, finden Sie hier. An dem habe ich weniger auszusetzen. Wichtig ist mir die Differenzierung, Weiterlesen

Klassenkampf im „Kommunismus“

Hier in Deutschland dagegen nur „Schlechte-Laune-Meisterschaft“
„24/7“ ist verhältnismässig bekannt. So werden Jobs charakterisiert in denen der Mensch totalverfügbar ist und das, was früher „Freizeit“ genannt wurde, sich aufgelöst hat. In ideologischer Verbrämung wird das als Gipfel der „Selbstbestimmung“ verkauft, als Abschaffung der entfremdeten Arbeit. Die Identifizierung des*der Arbeitenden mit ihrer*seiner Arbeit gewährleistet optimale effizienteste Ausbeutung und vermeidet, dass der*die Arbeitende sich gegen seine Arbeit und seine Ausbeutenden wendet.
Das sehen chinesische Arbeitgeber und Milliardäre – Damen sind mir in diesem Zusammenhang nicht bekannt – ganz ähnlich. Weiterlesen

Fakten und Fiktionen

Wahlberichterstattung und Medienwandel
Geht es um die Berichterstattung von Wahlen anderer Länder fällt es mir immer wieder schwer, in der Nachrichtengebung deutscher Medien die Fakten zu finden. Dabei ist es im Prinzip ganz einfach. Wie wäre es, wenn zunächst schlicht die Wahlergebnisse referiert werden? Und wer damit fertig ist, darf gerne seine persönliche politische Analyse nachliefern. Stattdessen werden in der Regel politische Botschaften gesendet, unmittelbar nach Schliessung von Wahllokalen, „untermauert“ allenfalls durch Umfragen. Wenn Endergebnisse vorliegen, sind die meisten (deutschen) Berichterstatter*innen schon längst ein Dorf weitergezogen, aus Angst, irgendwann mal nicht als an der Spitze der Meute zu sein. Weiterlesen

Agrochemie, du musst jetzt ganz stark sein …

Mit Update 29.4.
Sie als Leser*innen, seien Sie beruhigt. Sie ist es auch. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sind gelegentlich doch noch für was gut. Mann und Frau muss es nur zu finden wissen. Darum hier eine kleine Hilfestellung.
Das in Klischeevorstellungen doch so unverdächtige ZDF hat eine allgemein sehenswerte Sendereihe „planet e“, die an Wochenenden auf quasi unguckbaren Sendeplätzen versteckt wird. Heute aber haben wir draussen eine Kaltfront, Weiterlesen

Agenda-Setting bei ARD und ZDF?

von Jupp Legrand / Otto-Brenner-Stiftung
„Weniger Migration, mehr Habeck“ betitelte die FAZ im Januar 2019 einen Artikel, der die Kriterien der Gästeauswahl und Themensetzung der Polit-Talkshows bei ARD und ZDF analysierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der öffentlich-rechtliche Rundfunk bereits eine unruhige Zeit hinter sich – war doch seine journalistische Themensetzung selbst zum journalistischen Thema geworden. Unmittelbar nach der Bundestagswahl 2017 wurde zunächst das „Kanzlerkandidatenduell“ zwischen Angela Merkel und Martin Schulz heftig kritisiert, bevor sich bis Mitte des Jahres 2018 die Kritik auf die politischen Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen insgesamt ausweitete. Weiterlesen

Ärgernis ZDF-Sportstudio

Weil Gladbach gestern gewonnen hat, ein seltenes Ereignis, musste ich zur ARD-Sportschau zuhause bleiben. Wer weiss, wann es sowas wieder zu sehen gibt? Weil der BVB während der Sportschau gegen Mainz gewann, musste ich aufbleiben, um das ZDF-Sportstudio zu sehen. Und weil Max Eberl als Studiogast angekündigt war. Gestern aber war der Sendebeginn noch später als sonst: das ZDF musste für die Altersheime dieser Republik eine Quizshow in Überlänge zeigen. Und zog bei den Einschaltquoten den Kürzeren, Weiterlesen

Uthoff als Nefftonn wiedergeboren

Immer wieder eine Freude: das Bildungsprogramm der Anstalt
Die meisten Kabarettist*inn*en, und erst recht Comedians, finden es lästerlich, wenn von der Bühne politische Botschaften oder gar – noch trockener – Informationen verbreitet werden. Die Anstalt/ZDF hat sich das dagegen zum Programm und Markenzeichen gemacht. Und weil sie, von einer hart und streng arbeitenden Rechercheabteilung unterstützt, immer häufiger den Journalismus übertrifft, Weiterlesen

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