Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: ARD (Seite 26 von 32)

Kinderhandel und Fankonflikte

Kindesmissbrauch, -misshandlung, Kinderarbeit sind Themen, die uns zu Recht schnell erregen, weil sie instinktive Schutzreflexe mobilisieren. Doch was, wenn die Täter diejenigen sind, die uns das alltägliche Fußballvergnügen organisieren? Bei T-Shirt-Erwerb mag so manche*r zum Boykott bereit zu sein. Beim Fußball ist es dagegen ganz realohaft egal, weil nicht zu ändern?
Diese abgebrühte Weltsicht bedarf der Überprüfung. Im Rahmen der Football-Leaks traten verbrecherische Praktiken mal wieder ans Licht. Weiterlesen

Ein PR-Coup von Heidel und Spiegel

Vorweg: selbstverständlich ist es gut, lobenswert und Dankbarkeit für die geleistete Arbeit herausfordernd, wenn einige Medien die Geschäftspraktiken global agierender Fußballmafiosi, namentlich des Fifa-Präsidenten und zahlreicher feudalistischer arabischer Geldgeber, öffentlich machen. Was diese Figuren heimlich treiben, ins Licht zu ziehen, ist ein Akt demokratischer Hygiene und genau die Aufgabe, die Medien in Demokratien zugedacht sein sollte.
Das vorweggeschickt, möchte ich mir nun Kritik erlauben. Weiterlesen

Hallo WDR – jemand zuhause?

ARD-Sender senden heute Abend gegen sich selbst
Schön, dass die ARD uns heute abend mal eine Talkshow erspart, und eine Dokumentation senden will. In der WDR-Programmdirektion scheinen nur leider alle in Herbstferien zu sein, erholungsbedürftig von #metoo.
Ich gucke ja nie Talkshows, sondern lese nur bei Hans Hütt, wie sie waren. Sonntags sowieso nicht. Um 21.45 h kommen in den Dritten die Bundesligaberichte. Und im WDR-Fernsehen folgt unmittelbar danach der unübertreffliche Arnd Zeigler. Bei beiden gilt: Weiterlesen

Was wird aus der Bundesliga?

Es war seit Jahren absehbar und ist nicht wirklich eine Neuigkeit, geschweige denn eine Sensation: die Fußball-Grossvereine, denen es gelungen ist eine globale Marke zu werden, kriegen den Hals nicht voll und wollen mit niemandem teilen. Auch nicht mit den Mafiosi von Fifa, Uefa und DFB. Im Kapitalismus gibt es immer eine Triebkraft zu Monopolen. Uns Fußballfans geht das schon lange am A…. vorbei. Wer uns nicht mehr braucht und will, der hat schon.
Wenn Sie genauer wissen wollen, worum es aktuell geht: Weiterlesen

Wahlergebnis-Panik im DLF

Schotten dicht im stürmischen Unwetter? So muss einem die Interview-Politik der Aktuelles-Redaktion des Deutschlandfunks (DLF) vorkommen. Klar, das ist nur ein “Eliten”-Sender, immerhin mit steigenden Zuhörer*innen*zahlen. Radio wie früher, als es noch eingeschaltet wurde, um zuzuhören, nicht um nur einen Klangteppich in den Raum zu legen.
Die steigenden Hörer*innen*zahlen des DLF rühren daher, dass die Programmdirektionen der anderen ARD-Sender durch radikale Formatierungsstrategien all diejenigen verjagt haben, Weiterlesen

Paralleles Absaufen: Ruhrgebiet & Sozialstaat

Hans Hütt/FAZ berichtet uns heute von der gestrigen Maischberger/ARD-Runde. Gut, dass ich mir das erspart habe. Auch auf die Champions-League habe ich dankend verzichtet – zu dieser Anstosszeit (21 h) mit Aussicht auf eine 6er-Konferenzschaltung in meiner Fußballkneipe, dafür trat ich nicht vor die Tür.
Martin Kronauer und Stephan Lessenich/taz bezeichneten zutreffend, was die BRD zusammenhielt: “Die BürgerInnen akzeptierten die ökonomische Herrschaft der Kapitaleigentümer und das politische Herrschaftsprinzip der repräsentativen Demokratie Weiterlesen

Sigmar Troubadix Gabriel

Sigmar Gabriel kennt so wenig Hemmungen wie die Herren Rummenigge und Hoeness. Mitverantwortlich für die lebensgefährliche Krise ihres Vereins, und gerade darum in alle Richtungen austeilend. Die heutige SPD-Führung würde wie das kleine von Römern umstellte gallische Dorf ihn gerne fesseln und knebeln – “Du singst nicht!” – aber hat auch dafür keine Kraft mehr. Sigmar dagegen verwechselt sich Weiterlesen

Trittin sieht Grüne als “Progressiven Pol”

Marion von Haaren war ganz stolz, dass Extradienst-Gastautor Jürgen Trittin sich bei ihr – als “ehemaliger Fundi” – im ARD-Morgenmagazin-Interview live für Koalitionsgespräche der Grünen mit der CSU ausgesprochen habe. Während sie sich bemühte, ihn auf ein “soziales Problem” der Grünen hinzuweisen, wies er selbst auf eine wachsende Polarisierung zwischen städtischen Ballungs- und abgehängten ländlichen Räumen hin, die Zeit der “Volksparteien” sei vorbei. Hier das komplette Gespräch (knapp 5 Minuten), erstaunlich ausgeschlafen.

#metoo/WDR: Mikich-Eigentor

Nicht spielentscheidend, aber doch bemerkenswert: Sonia Mikich, in den Ruhestand gewechselte ehemalige WDR-Chefredakteurin, hat in der #metoo-Debatte ein Eigentor geschossen. Ausgerechnet in der FAZ zog sie eine persönliche Bilanz der Debatte. Ich kann sie leider nicht lesen und verlinken, weil die FAZ den Text hinter ihrer Paywall vermauert hat.
Mikich weiss selbst aus ihrer langen Berufserfahrung, dass FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld, der es trotz intensivster Kampfbereitschaft für Verlegerinteressen immer noch nicht zum FAZ-Herausgeber oder wenigstens Feuilletonchef gebracht hat, zeitlebens auf einem Kreuzzug gegen öffentlich-rechtliche Medien, also das, wo Mikich ihre komplette Berufskarriere verbracht hat, unterwegs war. Weiterlesen

Strategieverwahrlosung

Lutz Hachmeister hat, fast unbemerkt, inhaltlich wieder zugeschlagen. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung hat er zusammen mit seiner Kollegin Justine Kenzler eine treffende Bestandsaufnahme deutscher und europäischer Medienpolitik abgeliefert. Sie kennzeichnet die ganze Provinzialität deutscher Politik, die Weltabgeschiedenheit in Berliner und Landeshauptstadts-Blasen, die banale Unkenntnis, hervorgerufen durch gerade-keine-Zeit-haben und was Wichtigeres tun müssen und im Kopf haben.
Das führt dazu, das sogar ein Sputniknews-Autor wie Andreas Peter besser Bescheid weiss, Weiterlesen

Allergie gegen Gegenwart

„Babylon Berlin“ – ein teures Symptom
Die Gazetten waren seit Jahren voll davon, die Produzent*inn*en konnten vor Angeberei, wieviele Millionen sie dafür zusammengekratzt hatten, kaum laufen. Ich hatte noch keine Sekunde davon gesehen, weil ich Pay-TV-abstinent und mit einer Rupert-Murdoch-Allergie ausgestattet bin. Gestern sah ich mit der Mehrheit der Zuschauer*innen erstmals was von “Babylon Berlin”. Mir war ja schon klar, dass die Voraus-Angeberei durch das tatsächliche Produkt kaum gedeckt werden kann. Darum war meine Enttäuschung gering. Weiterlesen

Fernsehfuzzis wollen uns Fußball verleiden

Aufregung über die ARD und ihre Ansetzungen für Live-Übertragungen von der nächsten Runde des DFB-Pokals. Lieber Kirmesspiele als Sport. Und ein Förderprogramm für den von Verarmung bedrohten Multimilliardär Rupert Murdoch und sein Pay-TV Sky. Ich sag’ dann mal Tschüs, DFB-Pokal.
Das ZDF machts auch nicht besser. Es hat für (unser!) teures Geld bei der DFL die Rechte an der Erstausstrahlung der Zusamenfassung des Samstagabendspiels gekauft. Morgen ist es Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04, die drittbeliebteste Mannschaft des Landes gegen die viertbeliebteste. Und was macht es damit? Es verklappt alles um Mitternacht. Eine “Samstagabendshow” für Omma und Oppa – mglw. mit offenem Ende? – hat Vorrang im ZDF-Programm. Dann schlaft weiter!

Ich hab’ nichts gegen Tina Hassel …

Deutsche Medien als Objekt nationaler Hauptstadt-Spindoktoren
Tina Hassel ist vom WDR benannte Chefin des ARD-Hauptstadtbüros. Sie macht ihre Arbeit nach meinem oberflächlichen Eindruck nicht überragend, aber seriös, und für Zuschauer*innen entschieden erträglicher, als es zuvor z.B. der konservativ-arrogante und stocksteife Rainald Becker getan hat. Über ihre Führungsqualitäten ist mir nichts Gutes oder Schlechtes bekannt; in der WDR/#metoo-Affäre spielte sie eine von aussen nur schwer bewertbare Nebenrolle. Heute berichtete die Hauptstadtkorrespondentin aus: Nigeria.
Das geht so: Bundeskanzlerin und/oder Aussenminister machen Staatsbesuch. Ausgewählt “wichtigen” Hauptstadtjournalist*inn*en wird angeboten mitzureisen. Das wird gerne angenommen, Weiterlesen

Löw, Bierhoff, DFB, Hauptstadtberlin – überall ein grosses Nichts

Gestern mittag wurde die Pressekonferenz der Herren Löw und Bierhoff in der Glotze live übertragen. Nein, nicht von Phönix. Eine ganze Stunde, ARD. Das ist der neue Nischensender für uns Alte, die wir nicht von einem Übermass analytischer Schärfe überfordert werden dürfen. Diese Sondersendung erwies sich in dieser Hinsicht als risikofrei. Da war nichts. Überhaupt nichts. Es war selbst ein Nichts.
Die Herren funktionierten exakt wie das, was wir uns heute unter Politiker*innen vorstellen. Weiterlesen

Sonntag: Wiederholung von “Kulenkampffs Schuhe”

Die ARD-Dokumentation “Kulenkampffs Schuhe”, auch in diesem Blog schon ausgiebig gelobt, wird vom mitproduzierenden Südwestrundfunk (SWR) kommenden Sonntag zur “besten Sendezeit” 20.15 h in seinem Dritten Programm wiederholt – gegen den ARD-Tatort, aber Bundesliga (BVB gegen Brause Leipzig) ist dann schon fertig.
Mit dieser Wiederholung soll der Film dann noch einmal eine Woche in der SWR-Mediathek verfügbar sein. Die kurze Zeit begründete der Sender gegenüber nachfragenden Medien mit den Rechtekosten für die zahlreichen verwendeten Filmausschnitte. Seltsam: die meisten, die ich gesehen habe, waren von ARD und ZDF. Was anderes gabs ja damals nicht.

Was-mit-Medien-Leute: heute Nachtschicht!

Gerd Ruge 90
Wir erleben in Zeiten drastischer Sparmassnahmen in den alten Medien eine die Demokratie verheerende Art von Besinnungslosigkeits-Journalismus. Ein Beispiel von heute: die Auseinandersetzung um Abtreibung in Argentinien hat es in deutsche Medien geschafft. Dass sich dahinter das Aufblühen einer viel umfassenderen feministischen Bewegung verbirgt, bleibt hier dagegen unbekannt. Es könnte ja ein schlechtes Beispiel abgeben.
Von solcher Art Agendasetting, bzw. ebenso seiner Vermeidung, hat Gerd Ruge mehr als andere was verstanden. Er hat darum keinen Wind gemacht, sondern für seine Arbeit Konsequenzen aus diesen Kenntnissen gezogen, meistens die Richtigen. Heute wird er 90. Darum macht er auch keinen Wind, keine Medienauftritte oder Interviews.
Beim Studium seiner Berufsbiografie fällt mir auf, Weiterlesen

“Kulenkampffs Schuhe”: nur 1 Woche Mediathek

Vor einigen Tagen empfahl ich Ihnen die Dokumentation “Kulenkampffs Schuhe” von Regina Schilling, die soeben von der ARD versendet wurde. Wenn Sie zu den vielen gehören, denen eine Sendezeit von 22.30 bis 0 Uhr nicht zumutbar war, seien Sie gewarnt: in der Mediathek werden Sie dieses grosse Stück deutsches Fernsehen und Geschichtsschreibung nur eine Woche finden. Dann ist es online (vermutlich) weg.
Warum? Es gibt zwei mögliche Vermutungen, Weiterlesen

Zur Abwechslung: mal eine Gratulation an den WDR

“Grenzen dicht!” – ARD, gestern 21.45 h
Shafagh Laghai
erinnert mich mit dem iranischen Teil ihrer Familiengeschichte und ihrem bisherigen Karriereweg an die bärenstarke Isabel Schayani. Um den WDR sähe es besser aus, wenn er viel mehr solcher journalistischen Fachkräfte hätte und fördern würde.
Frau Laghai hat gestern in der ARD die Dokumentation “Grenzen dicht!” abgeliefert. Dieses kleine exzellente Stück Journalismus wäre ein Anlass zu grosser Freude, wenn der politische Gegenstand nicht von so grosser Widerlichkeit und moralischer Ärmlichkeit wäre. Weiterlesen

Amateurhafte Profis / Sammeln / Billigfliegen / Tatort

Fußballbusiness so blamabel schlecht wie die herrschende Politik

Fußball kann Grosses leisten, in der Alltagspraxis, im Amateurbereich. Mein verstorbener Freund Mike Mennen hat das immer gepredigt, und hatte Recht damit. Endlich, nach einer blamabel schlechten Leistung bei der WM in Russland ist das deutsche Fußballbusiness zu schmerzhaften Diskussionen gezwungen. Thomas Kistner/SZ verteidigt die Amateure gegen die kritikresistenten, selbstrefentiellen Profis. Doch die Lage im Ehrenamt der Amateure ist, wie Ronny Blaschke/DLF berichtet, nicht weniger blamabel, als in der politischen Diskussion der deutschen Gesellschaft.

Küppi zur Sammlungsbewegung

Ultimativer Kommentar von ihm: Weiterlesen

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