Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF (Seite 17 von 43)

Lob des (DLF-)Sportjournalismus

Den Fall des gestern kollabierten dänischen Weltklassespielers Christian Eriksen hat DLF-Redakteur Matthias Friebe geschmackssicher kommentiert. Ich hatte zum Glück schöneres zu tun, als diese Katastrophenpartie anzusehen, bekam dann statt des Beginns von Russland-Belgien noch ihre makabre Schlussphase zu sehen. Innehalten, Nachdenken, sich um Wesentlicheres kümmern, das kennt der Brot-und-Spiele-Kapital-muss-zirkulieren-Mechanismus des neofeudalen – von wegen “modern” – Weltfussballs nicht. Weiterlesen

China oder Westfalen?

Um Sklavenarbeit zu sehen und zu bekämpfen, muss niemand weit reisen
Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich samstags regelmässig das DLF-Wochenendjournal höre. Anschliessend suche ich mein Bad und dort die Dusche auf. Heute merkte ich, wie die Wut immer weiter hochkochte. Und bevor ich was kaputt mache oder Terrorist werde, schreibe ich es Ihnen lieber hier. Manfred Götzke war nach einem Jahr wieder in Westfalen, und wollte hören, was sich nach einem Jahr inkl. Gesetzesänderungen geändert oder gar gebessert hat (hier unsere Würdigung seiner damaligen Reportage). Um es vorwegzunehmen: Engagement lohnt sich. Kurzes dagegen nicht. Weiterlesen

Berliner Pressefreiheit: wie in China

mit Update nachmittags
Die Autobahn GmbH bedroht uns überall – und mit allem
René Martens/Altpapier (MDR) berichtet über Berliner Begebenheiten rund um eine Demo von Klimaaktivist*inn*en gegen einen Autobahneubau mitten durch besiedeltes Berlin. Er formuliert zum bisherigen Ausmass bundesweiter Nichtberichterstattung höflich und kollegial, wie er ist: “Die bisherige Berichterstattung über die zwischenzeitliche Festnahme von 13 Journalisten, die am Samstag in Berlin über den Protest gegen den Ausbau einer Autobahn berichten wollten, scheint mir angesichts der Schwererträglichkeit des Vorgangs bisher nicht adäquat zu sein.” Weiterlesen

Programmperlen

Frauen im Netz / Entschädigung für deutsche Naziverbrechen / Infizierter Fussball
Antje Allroggen, eine Bonnerin, und Brigitte Baetz habe ich nach meiner dunklen Erinnerung vor über zehn Jahren mal kennen gelernt (zumindest eine von ihnen). Ich war Freitag-Kolumnist (“Medientagebuch”). Der DLF-Medienmagazin @mediasres gab es noch nicht, sondern nur eine wöchentliche Sendung. Auf einer Büro-Fensterbank der DLF-Redaktion wurde ich zum Inhalt einer Kolumne interviewt – es war irgendwas Kritisches über WDR-Reformen. Kleinkram. Dieses Wochenende dagegen haben die Damen was Grosses abgeliefert. Weiterlesen

Flüchtlinge – vergessen?

Beim Impfen ist es im Inland wie im globalen Ausland: es hilft nur, wenn es überall hilft. Der selbstdemontierende Egoismus der Reichen reproduziert sich inländisch in den Stadtteilen, die von Kapital und Politik abgehängt wurden (keine Nachfrage, keine Wahlbeteiligung). Und jetzt auch noch Flüchtlingsunterkünfte? Die gibts noch? Wo “wir” doch schon so lange keinen mehr reinlassen? Tatsächlich, da sind noch welche. Menschen. Weiterlesen

Marcuse / Krankheit&Schuld

Jacobin veröffentlichte einen Vortrag von Herbert Marcuse, den er am 23. Mai 1968 an der University of California in San Diego gehalten hat, ein beachtenswertes Zeitdokument. Marcuse behandelt strategische und taktische Bündnisfragen, die im Grundsatz bis heute relevant geblieben sind. Er stand unter dem unmittelbaren Eindruck hektischer Geschehnisse in Paris und Berlin, die seine Einschätzung umso analytisch und politisch cooler erscheinen lassen. Mit einem mittelschweren Manko. Weiterlesen

Warnhinweise

Politik und Krankheit / Liebe-Expertin zum Nahostkrieg / Das Elend des WDR
Epidemien sind aussergewöhnlich aussagekräftig. Nicht nur über Gesundheitssysteme, sondern über die Gesundheit von Gesellschaftssystemen. Markus Metz und Georg Seesslen sind Experten dafür, das politisch verständlich zu machen, und lieferten heute bei “Essay & Diskurs” im DLF ab. Der Sender spart bekanntlich sonn- und feiertags an seinen Persoalkosten. Bis mittags war niemand da, auf den Knopf zu drücken, um das Manuskript online zu stellen, hier die Hörfassung (28 min). Weiterlesen

Schalke / “Asien” / Gates

Vor drei Jahren habe ich mich gemässigt aufgeregt über eine in meinen Augen blasierte Gelsenkirchen-Story in der nahe der polnischen Grenze ansässigen taz. Die Blauen mussten erst absteigen, damit die Redaktion das angerichtete Malheur endlich reparieren liess. Andreas Wyputta machte es selbst, und kann es auch. Danke vielmals.
Wenn ich mir für die nächste Saison was wünschen darf, dann, dass mein Verein Borussia Mönchengladbach den gleichen Weg in die zweite Liga geht. Weiterlesen

Faszinierende Logik

mit Update 20.5.
Bonn den ersten Tag unter “100”
Es soll immer noch Sozialdemokrat*inn*en geben, die nicht begreifen können, wie ihre glorreiche Partei – das meine ich angesichts ihrer Geschichte nicht ironisch – in die Lage kommen konnte, in der sie heute ist. Darum möchte ich sie allein auf Dokumente des heutigen Tages hinweisen, die es, wenn sie nur intellektuell dazu bereit wären, ihnen begreiflich machen können. Es ist auch für die Grünen relevant, die strategisch nun in die alte Rolle der SPD in der westdeutschen BRD geraten sind, und denen sich vergleichbare Fragen stellen werden. Ist es systemisch bedingt, dass sie genauso versagen werden? Meiner Meinung nach eine offene Frage. Weiterlesen

Klassengesellschaft

Die Amazon-Methode und der Inlandsgeheimdienst
Mein alter Freund aus Düsseldorfer Zeit Peter Kapern widmete sich heute mittag im DLF der “Amazon-Methode”. Sehr verdienstvoll, dachte ich. In grünen Regierungszeiten in NRW war er mal gefragt worden, ob er stellv. Regierungssprecher werden wolle. Er wollte nicht. Seine Unabhängigkeit war ihm lieber. Meinen Respekt hat das erhöht. Mit wachsender Verzweiflung suchte ich dann nach einem Link zum Originaltext der Studie, vergeblich. Ich dachte (mal wieder): wie ist das möglich. In welchem Jahrhundert sind wir? Weiterlesen

Märchen statt “Humorkrimi”

Verschönern Sie sich Ihr Wochenende mit Denys Arcands “Der unverhoffte Charme des Geldes” (ARTE)
“Wenn die Programmplanung das alleine entscheiden könnte, würde jeden Abend eine Abfolge ‘Tagesschau’, ‘Tatort’, Talkshow, ‘Tagesthemen’ gesendet, und zwar nur diese Sendungen. Weil alles andere irritiert und ist lästiger, also, irgend so einen Dokumentarfilmer auf dem Hals zu haben, der mal jahrelang an einem Produkt arbeitet, das ist einfach lästig. Also, das läuft im Grunde wie geschmiert. Und es ist ein bisschen eine mentale Prostitution von allen Beteiligten, weil jeder etwas davon hat: die Moderatorinnen werden bekannt, die Produktionsfirmen verdienen gut, die Gäste werden prominent, wenn sie es nicht schon sind – also, das ist so ein System, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, die ziemlich gut funktioniert. Weiterlesen

Virus in der Bahn?

Wundersame Bahn LXII
Lustig: “Scholz und Laschet können sich nicht auf Klimaschutz als das beherrschende Thema einlassen. Für sie muss es um den Geldbeutel gehen. Alles andere spielt Baerbock in die Hände.” So ein Abkömmling eines uradeligen Geschlechts aus – natürlich! – Westfalen. Schön blöd für Laschet und Scholz. Oder von? Weniger blöd der US-Präsident: er wird in diesem Leben sicher kein Revolutionär mehr, sondern ist ein Konservativer im besten Sinne. Er kapiert die Bedeutung des Klimaschutzes; er und seine Administration interessieren sich ernsthaft dafür. Bevor die Landwirtschaft kaputtgeht. Oder ist es schon zu spät? Weiterlesen

Sklaverei und Humanismus

Mein wichtigster Text war heute morgen ein Interview von Miray Caliskan/Berliner Zeitung mit dem Neuropsychologen Lutz Jäncke: “Leben zwischen Online und Offline : Sklaven der Reize: Wie der Mensch sich in sozialen Medien verliert”. Was Jäncke da zusammenträgt sind wichtige Fakten, jedoch mit einem fachlich begrenzten Blickwinkel. Viele der von ihm zurecht beklagten Phänomene gab es schon vor der Internetnutzung (Anorexie, Selbstoptimierung, Mediengeilheit z.B.). Und unerwähnt bleibt in dem Gespräch die radikal verstärkende Wirkung durch die Corona-Lockdowns. Eine Nutzanwendung zu Jänckes Erkentnissen bringt die FAZ in einem Interview mit Unternehmensberater und Coach Peter Modler. Weiterlesen

Pandemie-Ramadan

Und: “herrschaftsfreier Diskurs” nirgends
Ich fange mit dem Positiven an. Henning Hübbert. In dem Link wird er auf der WDR-Homepage vorgestellt, meistens höre ich ihn im DLF, kenne ihn auch flüchtig vom Telefonieren. Er wohnt in Unkel, wo auch Willy Brandt seine letzten Lebensjahre verbrachte, und die Oma meiner alten Freundin Kerstin Müller mehrere Hochwasser durchmachte. Dort ist es offenbar möglich, als Journalist nicht nur eine klare Haltung zu entwickeln, die Hübbert mit seinen Themensetzungen verrät. Sondern auch ständig neugierig zu bleiben, ehrliches Interesse zu entwickeln, und auf eigene Missionsarbeit weitgehend zu verzichten. Was für ein angenehmer Kontrast (ich komm’ gleich (drauf)! Weiterlesen

Miteinander reden

Das Social Distancing, das der Welt als Anti-Pandemie-Strategie verordnet wurde, richtet nach nur einem Jahr sichtbare, teilweise lebensgefährliche Schäden an. Um es an dem heute gefeierten Gegenbeispiel zu verdeutlichen: Frau Baerbock und Herr Habeck sollen seit Jahren im gleichen Büro sitzen, sich also gleichsam täglich sprechen und sehen (!), sowie über einen gemeinsamen Mitarbeiter*innen”stab verfügen, dem es gelungen ist, ihre internen Verabredungen intern zu halten. Diese Technik wird zurecht bewundert, weil ihre Beherrschung sonst fast nirgends mehr zu sehen ist. Weiterlesen

Gutes aus Dessau

Lotte Lenya – die starke Frau hinter Kurt Weill / Bankraub-Weltrekord in der Türkei / CDU ist überall
Die “Lange Nacht” des DLF bestätigt an diesem Wochenende erneut ihre Spitzenstellung im deutschen Radioschaffen. Beate Bartlewski hat schon 2013 ein spannendes Stück über Lotte Lenya und Kurt Weill abgeliefert. Es wird an diesem Wochenende wiederholt. Und weil eine gute Freundin als schwarzes Mädchen in Dessau aufwachsen musste, und auch in diesem Blog immer wieder mit schlechten Nachrichten von dort malträtiert wurde, hier die gute Nachricht: das Kurt-Weill-Zentrum ist für alle, die es noch nicht kennen, gewiss eine Reise wert. Weiterlesen

Pressevielfalt?

Ich musste erst über 60 werden, um Laubbläsern was Positives abzugewinnen. Heute morgen war es so weit. Bei Bürgerbeteiligungsprojekten der Stadt Bonn eroberte die Forderung nach dem Verbot dieser Höllengeräte immer wieder Spitzenplätze in den Onlineabstimmungen. Heute mal eine Wohltat: der infernalische Lärm begann in dem Moment, in dem mich der DLF mit seiner “Presseschau” beschallte, mit Zitaten aus dem Zeitungskommentaren zum gestrigen Berliner-Mietendeckel-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. In Berlin mussten Zehntausende Mieter*innen auf die Strasse gehen, weil sie sich in diesen sterbenden Medien nicht vertreten sehen. Weiterlesen

Kollateralschäden

Die Ärztin Lisa Federle ist neben Boris Palmer das Mediengesicht des “Tübinger Modells”, von dem derzeit wohl niemandem klar ist, ob es nun propagiert werden soll, oder “der Lack abblättert”. Es ist wahrscheinlich beides Quatsch, weil Tübingen erstens zu klein, und zweitens schwäbisch ist, also eine fremde Kultur. Bei einem ihrer zahllosen Medienauftritte, einer der schwer zu ertragenden vormittäglichen Call-in-Sendungen des DLF, nannte Frau Federle beiläufig die Positivquote der in Tübingen zahlreich vorgenommenen Corona-Tests: 1 von 1.000. Weiterlesen

Bericht von der rheinischen Impffront

mit Update vormittags
Immer wenn es aussieht, es ginge nicht mehr doller, dann wird es es. So wenig, wie es ein Leben ohne Risiko gibt, gibt es einen Impfstoff ohne Nebenwirkungen. Dass der Körper nach einer Impfung (Neben-)Wirkung zeigt, ist ein gutes, kein schlechtes Zeichen. Nur ein toter Körper reagiert nicht auf diesen Eingriff von aussen. Dass bei neuerfundenen Stoffen Dinge passieren, die niemand voraussehen konnte, ist der Kern jeder experimentellen wissenschaftlichen Forschung. Bei einer Impfung sind wir alle Versuchskaninchen. Wer darum herumdruckst, oder gar darüber hinwegschwätzt, erhöht seine Glaubwürdigkeit nicht. Die meisten deutschen Politiker*innen sind diesbezüglich schon in eine tiefe, tiefe Grube gefallen. Weiterlesen

Kreuziget ihn nicht!

Hosanna! Hosanna dir Rainer Maria Kardinal Woelki! Hosanna dir in Berlin. Hosanna dir in Köln!

Was hat Woelki nicht alles getan, um als Erzbischof von Berlin unter den deutschen Bischöfen die Pole Position kirchlicher Fortschrittlichkeit zu besetzen? Hat er nicht die offizielle Bischofs-Residenz an der Sankt-Hedwigs-Kathedrale verschmäht und im Arbeiterviertel Wedding eine ärmliche Etagenwohnung bezogen? Hat er nicht die Lesben und Schwulen zum offenen Gespräch eingeladen? Hat er nicht endlich damit begonnen, die Sankt-Hedwigs-Kathedrale konzilskonform umzuformatieren? Hat er nicht soviele Berlinerinnen als möglich in so hohe katholische Positionen als möglich berufen? Hat er nicht für sich selbst keinen „Geheimsekretär“ mehr bestellt, sondern eine echte Berlinerin als ganz moderne „Büroleiterin“? Hosanna dir in Berlin! Weiterlesen

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