Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Essen (Seite 4 von 6)

Wundersame Bahn (XVI)

Tarifeinigung bei der Bahn – ich war beruhigt, als ich gestern zu einem weiteren Familienbesuch ins Ruhrgebiet aufbrach. Um die Fahrkartenverkaufststelle, mit einem richtigen Menschen!, im Bahnhof Beuel zu stützen, und um bei dem hässlichen Wetter das “City-plus” auf der Fahrkarte zur Brückenüberquerung nutzen zu können, erwarb ich mir dort die Fahrkarte … dachte ich … Doch der freundliche Mann musste der Kundschaft erklären, es ginge z.Z. gar nichts beim Fahrkartenverkauf, “auch nicht im Hauptbahnhof und auch nicht in Köln Hbf.”. Schade eigentlich. Doch wundersam: der einsame Automat am Bahnsteig 1 in Beuel ist noch nicht “aus Kostengründen” entfernt worden – er tat seine Arbeit.
Dann, Mist, bemerkte ich, Weiterlesen

Zu viel gegessen? Eine Frage der Qualität

Ich möchte vorausschicken: ich esse noch Fleisch. Ich habe Freude am Essen und Trinken, keine Waage im Haus, bin fernab aller Selbstoptimierung und Sportsucht. Kurz: das Leben ist mir ein Genuss. An Zuneigung zu guten Lebensmitteln und handgemachter Gastronomie spare ich nicht.
Viele von uns haben sich an den Weihnachtstagen gequält; oder quälen lassen. Zuviel gegessen. Zuviel Schlechtes? Jetzt quält die Verdauung. Und das Übergewicht. Unwiderstehlich nahen die Tage der guten Vorsätze Weiterlesen

Gesundes Essen

Nach meiner Lektüre der SZ-Geschichte über Jamie Oliver machte ich mir was Gutes zu Essen. Nichts Weltbewegendes, Pasta mit was drauf. Beiläufig bemerkte ich – huch, ist ja ohne Fleisch. Die Zwiebelmettwurst vom Bentheimer Schwein beim Metzger im Beueler Momo war Samstag schon alle; die kommt bei mir sonst immer dazu, köstlicher als Omas Frikadellen! Dennoch habe ich an Zutaten, die als “ungesund” gelten, nicht gespart. Vor einigen Wochen hatte ich ein – in Chemnitz abgefülltes – Meersalz entdeckt, mit dem ich umgehe, wie sonst mit gutem Wein oder Schokolade. Ich kann nicht davon lassen, und verwende es verschwenderisch. Ebenso wie die gesalzene Butter. Butter kommt bei mir an fast alles Selbstgekochte. Weil es mir schmeckt. Weiterlesen

Lasst uns unsere Lust!

Eine Anregung für das Grüne Grundsatzprogramm
Über Grundsatzprogramme wird gerne gelästert, dass die “keine*r” lese. Stimmt aber nicht. Als ich noch Strassenwahlkampf machte, war das immer der meistgefragte Text (die meisten unterscheiden nicht zwischen “Grundsatz-” und “Wahlprogramm”). Gerne wurden ganze Klassensätze mitgenommen. Noch wichtiger ist ein Grundsatzprogramm für die innere Kommunikation und Selbstverständigung der aktiven Mitglieder. Und von denen bekommen die Grünen derzeit ziemlich viele Neue. Natürlich führt das zu Streit. Weiterlesen

Schau’ mal Bonn, so wird das gemacht!

90 Jahre Lichtburg Essen
Bonn hatte auch mal so ein wertvolles Kino. Es hiess Metropol, und war am besten Platz der Stadt, dem Bonner Marktplatz gelegen. Die Jüngeren können sich nicht erinnern. Ein bräsiger immobilienrenditegieriger Bonner Kaufmann, noch nicht einmal ein “böser” internationaler Investmentfond, war es, der es mutwillig und dickköpfig zerstören liess. Die Miete an ihn zahlt jetzt ein Buchhandelsmonopolist, der es nicht wert ist, dass sein Name hier genannt wird. Wenn Sie den Buchhandel retten wollen, gehen Sie bitte in eine inhabergeführte Buchhandlung in Ihrem Stadtteil.
Essen dagegen hat seine Lichtburg gerettet. Weiterlesen

Kasumba / Gottschlich

Florence Kasumba aus Essen ist ein Weltstar. Aber was ist das für ein Kinkerlitzchen gegen eine Hauptrolle im “Tatort”? Kleiner Scherz. Die Dame ist nicht nur begehrte Schauspielerin, sondern hat auch einen guten Radar und nicht wenig Grips im Kopf, wie sie hier im taz-Interview nachweist.
Jürgen Gottschlich aus Herne ist einer der wenigen taz-Mitgründer, die von Anfang an ernstzunehmen waren. Nun ist er schon sehr lange Türkei-Korrespondent. In dieser Eigenschaft berichtet er heute über all seine und seiner Berufskolleg*inn*en Irrtümer. Solche selbstkritische Ichstärke zeigen nur die Wenigsten. Bei der Lektüre keimte in mir der Verdacht, dass Herr Erdogan bei der Planung seines jetzigen Deutschlandbesuchs schon gewusst haben muss, wie die Uefa in wenigen Stunden über die EM 2024 abstimmt.

Inge Feltrinelli gestorben

Wieder ist eine sehr Gute gegangen. In den 70ern habe ich sie als Retterin der Zeitschrift Konkret wahrgenommen. Das versprach 0 Profit, war aber zur damaligen Zeit politisch aussergewöhnlich geradeaus. Frau Feltrinelli trat seinerzeit in diversen Talkshow-Vorläufern des deutschen Fernsehens auf, und sprach dort politische Dinge (Berufsverbote u.a.) aus, die im Mainstream schon verboten waren. Von einer italienischen Multimillionärin fand ich das ausserordentlich verehrungswürdig. Konkret war zu dieser Zeit Weiterlesen

Tour de Ruhr

Drei höchst unterschiedliche Großstädte per Fahrrad zu erkunden, ist praktische Soziologie.

Oberhausen hat jenseits des Strukturwandels mit dem Gasometer und dem Rhein-Herne-Kanal einiges zu bieten. Im Gasometer findet noch bis zum 30.12.2018 die sehenswerte Ausstellung “Der Berg ruft” statt.

Bottrop, die kleinste Großstadt auf meiner Route, beherbergt die letzte Steinkohlezeche im Ruhrgebiet, die im Dezember 2018 endgültig schließt. Man merkt in Bottrop auf jedem Kilometer Weiterlesen

Die Zukunft des Essens

Industrialisierung und Standardisierung der Landwirtschaft, schrankenloser Immobilienkapitalismus und Monopolisierung im Online- und Einzelhandel sind keine US-amerikanische Besonderheiten. Sie sind Besonderheiten des expansionssüchtigen und -abhängigen, “alternativlosen” Kapitalismus. Und den, das wird wohl niemand bestreiten, haben wir hier auch. Er ist in den USA allenfalls etwas weiter fortgeschritten.
Darum ist dieser “Essensbericht aus den USA” von Christopher Stark/telepolis ein Blick in die Zukunft unseres Essens. Weiterlesen

ÖPNV: 1€-pro-Tag-Ticket ab Neujahr

Die “Modellstädte”, u.a. Bonn und Essen, haben sich anscheinend mit der zahlenden Bundesregierung geeinigt. Ab 1. Januar soll es soweit sein, der Bonner ÖPNV wird billiger (und soll auch besser werden). Aus der Mitteilung der Stadt Bonn:
“Zwölf Monate mit Bus und Bahn im Stadtgebiet Bonn für 365 Euro, so lautet das Angebot an Neukunden, das gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) auf den Weg gebracht werden soll. Gleichzeitig soll es für Firmen einfacher werden, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Jobtickets anzubieten. Schließlich ist ein Tagesticket für fünf Personen zum Preis von einer Person vorgesehen, das sich besonders an Familien richtet. Das neue Tarifangebot soll bereits zum 1. Januar 2019 eingeführt werden. Weiterlesen

Das Ruhrgebiet auf dem Weg zum Teich

In Indonesien bebte die Erde. In Essen-Frintrop auch. Was dort der pazifische Feuerring ist, das ist hier bei uns um die Ecke der Steinkohlenbergbau (gewesen). Da stürzen Leben zusammen.
In Essen-Frintrop wissen sie alles noch nicht so genau. Die Hitze? Grundwasser? Kaputte Rohre? Oder der Bergbau?
Für Letzteres wurde die “Ruhrkohle-Stiftung” gegründet. Mit nicht wenigen Milliarden soll sie für die “Ewigkeitskosten” geradestehen. Viele Zinsen kann sie derzeit nicht erwirtschaften. Weiterlesen

Mandela 100 (II) – Bonner Politik einst & Gedenken heute

Mörder von Soweto waren Verbündete der NATO

Am 18 Juli 2018 – jährte sich die Geburt Nelson Mandelas zum 100. Mal. In Bonn ist immer noch keine Straße und kein Platz nach ihm benannt. Aber das kann sich ja noch ändern.
In anderen Städten wurden „100 Jahre Mandela“ auch offiziell gefeiert – in Bonn gedenkt eine Initiative um die Journalistin Sandra Prufer (bonnections) mit einer Veranstaltungsreihe, dem großartigen Menschen Nelson Mandela. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe informierte auch die frühere Geschäftsführerin der Anti-Apartheid-Bewegung, Ingeborg Wick, über den damaligen politischen Kampf in der Bundesrepublik gegen die massive Unterstützung des Apartheid-Regime durch die damalige Bundesregierung in Bonn, sowie deutsche Banken und die bundesdeutsche Industrie. Denn anders als es heute in der Rückschau erscheint, und gerne behauptet oder zumindest suggeriert wird, war das bundesdeutsche Regierungshandeln gegen Mandela und die anti-rassistische Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) gerichtet. Weiterlesen

Wundersame Bahn (VIII) – manches klappt

Auch heute nicht nur meckern. Ich hasse Sonntage auf der Bahn, die sicherste Chance ihr ganzes Chaos auszukosten. Derzeit scheint der grössere Teil Deutschlands schon in Ferien zu sein – unter der Abflugschneise des Flughafens Köln/Bonn kriege ich das ganz “gut” mit – in Beuel sind sie aber schon schön hoch, kein Lärmvergleich zu den Tiefflug-Terrorist*inn*en von Hangelar.
Zurück zur Bahn: das härteste meiner gestrigen Ruhrgebiets-Expedition war der Erwerb einer Fahrkarte am Freitag im Bahnhof Beuel. Ich habe mir das angewöhnt, um auf diese Weise dafür zu demonstrieren, dass die Bahn an diesem Ort noch einen richtigen Menschen beschäftigt. Leider wird der arme Mann immer wieder von älteren Damen für Therapiestunden missbraucht – und das bei diesen Temperaturen …. Weiterlesen

Wundersame Bahn (VI)

Die EU ist am Ende – Bahnfahrer*innen wissen das früher als Andere

Gestern auf dem Weg von Bonn nach Essen. “Beachten Sie bitte die geänderte Wagenreihung”, “ca. 70 Min. später”, “fällt heute aus” – diese Informationen wurden zur freien Wahl an den Überresten des Bonner Hauptbahnhofes angeboten. Das Ergebnis war immer gleich: der IC nach Essen fährt nicht. Wohlweislich hatte ich mir die Fahrkarte tags zuvor am Bahnhof Beuel geholt, bei einem echten Menschen am Schalter, 20 Min. Wartezeit, weil vor mir eine Dame ein Therapiegespräch benötigte. Die ganze Voraussicht – vergeblich.
Ersatzweise nutzte ich den RE 5, den ich noch von meinem Berufspendeln kenne, freitags kann das die bessere Wahl sein. Weil er eigentlich immer voll ist, ist der freitags nicht voller als sonst, Weiterlesen

Wundersame Bahn (IV)

Nein, es ist nicht alles schlecht. Für mich überwog gestern das Positive.
Sonntagsmorgens mit der Bahn zu fahren, kann, vom frühen Aufstehen abgesehen, ein Vergnügen sein. Ausser ein paar Sportsüchtigen hier auf dem Rheindeich liegen um die Zeit fast alle noch in den Betten, stehen jedenfalls nicht auf dem immer noch zu kleinen Bahnsteig 2/3 des Bonner Hauptbahnhofes. Die regelmässigen, werktäglichen Nutzer der Mittelrheinbahn zwischen Bonn und Köln würden glauben, es sei ein Traum. Die Bahn fährt pünktlich, es gibt eine grosse Auswahl aus dem Sitzplatzangebot, und keine Überholung in Sechtem, Kalscheuren oder Köln-Süd.
In Köln Hbf. gibt es Gelegenheit beim Flanieren zum Umsteigebahnsteig noch einen kleinen Imbiss zu errwerben. Der ICE nach Dortmund kommt mit 5 Minuten Verspätung, der hintere Zugteil ist zugesperrt. Weiterlesen

Wundersame Bahn (II) – was ist Netzwirkung?

Ich will versuchen es ohne Häme hinzukriegen, “constructive journalism” ist der aktuelle Hype.
Dass die Bahn während der Osterferien die Strecke Duisburg-Essen wg. Brückenbauarbeiten sperrt, die vielleicht meistbefahrene Personenverkehrsstrecke der Republik – wir hier im Rheintal übertreffen sie nur durch unseren so liebgewonnenen, auch viel besser hörbaren Güterverkehr – jut. Man ist ja froh, dass überhaupt noch in Bahnstrecken investiert wird.

Die Sperrung war auch anständig angekündigt. Wer sich überhaupt für die Bahn interessiert, konnte entsprechende Nachrichten kaum übersehen. Ich wusste also, als ich gestern nach Gelsenkirchen-Horst wollte, dass ich nicht Essen Hbf. sondern Essen-Altenessen anpeilen musste, mit einem Umstieg in Duisburg. so weit so klar, gar nicht schwer. Weiterlesen

Essen in Hollywood / NSU / Bomben für die EU / Medienstudie

Essen ist nicht nur eine Stadt, in der sich eitle weisse Männer vor die Kameras der Weltpresse stellen und als Opfer spreizen. Essen ist auch, wo Florence Kasumba aufgewachsen ist. Kennen Sie nicht? Ich auch nicht. Die meisten von uns haben sie aber schon gesehen, weil sie beim deutschen Fernsehen zumindest einen Haufen Nebenrollen als schöne Schwarze ergattert hat. Jetzt hat sie im Hollywood-Blockbuster “Black Panther” mitgespielt und ist ein Weltstar. Weiterlesen

Der Blick des SPD-Mitglieds – wie weit reicht er?

Selbst den Sehbehinderten wird es gelingen: auf sich selbst zu blicken. Jahrelang den Arsch aufgerissen – für die Partei, für das Land, für die Demokratie. Und was ist der Dank? Wenn es überhaupt jemanden interessiert: Mitleid.
Der Blick auf die Partei: für (fast) alle, die heute noch leben, war es noch nie schlimmer. Überlebende von Faschismus und Krieg sind nicht mehr viele unter uns.
So von Missachtung bedacht, wie soll jemand da reagieren? Wut und Trotz sind naheliegend. Denen da oben mal mitteilen, dass es so nicht weitergeht. Was übrigens auch den meisten AfD-Wähler*inne*n ein zentrales Anliegen ist. Das macht es noch nicht falsch. Aber wohin soll es führen?
Führen? Will das SPD-Mitglied noch irgendwas führen? Ist es nicht ohnmächtig wie wir alle?

Nein, es kann jetzt Weichen stellen. Mehr als wir Anderen. Das ist Verantwortung. Hat ein SPD-Mitglied noch eine Erinnerung, was das ist? Weiterlesen

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