Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fußball (Seite 42 von 60)

U17: Moukoko erschiesst Fußballkonzern

Ich erwähnte ja schon, dass das EM-Finale der U17 von den Niederlanden und Italien ausgetragen wurde. Also denen, die die WM nur von Weitem sehen. Nun hat sich sowas Ähnliches im deutschen Fußball ereignet. Manche hoffen vielleicht, dass jetzt wg. der WM keine*r zugeguckt hat.
Der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum erlitt im Finale um die deutsche U17-Meistersschaft, das praktischerweise auf seinem Vereinsgelände ausgetragen wurde, eine 2:3-Niederlage. Dabei konnte er in der Schlussviertelstunde 11 gegen 9 spielen; half auch nichts.
Hier der neutrale Spielbericht der WAZ, hier der beeindruckte Spielbericht des Vereinsblatts des Konzerns, der Süddeutschen.

Neymar, Messi, Schland – alle überbewertet

Für die Bundeskanzlerin liefs bei der WM sehr, sehr schlecht

Seltsam: bei jedem internationalen Fußballturnier müssen die Leute erinnert werden, dass es ein Manschaftsspiel ist. Zehn Mannschaften haben sich bei der WM noch nicht vorgestellt, die sehen wir heute und morgen. Bei denen, die wir gesehen haben, hat sich bestätigt, was wir meistens schon wussten, aber hofften, im Spiel würde es weggezaubert: der Wurm im statikrelevanten Gebälk des Teams. Weiterlesen

3:3 – die Maßstäbe sind gesetzt

Das war das erste ansehnliche Fußballspiel dieser WM: Spanien und Portugal trennten sich 3:3. Die Qualität der Tore erreichte nicht immer das Niveau des Spiels. Zwei der drei Ronaldo-Tore hat er sich erarbeitet: er sah ein gegnerisches Bein, dem er hätte ausweichen können. Aber er fiel lieber drüber, um einen Elfmeter bzw. einen Freistoss zu bekommen. Die heutigen Lautsprecher der TV-Sender nennen sowas “professionell”. Der irre Ronaldo trainiert seine Weltklasse-Schusstechnik wie ein Irrer, bis sie wirken, als seien sie von einem Genie. Ein weiteres Tor bekam er vom spanischen Torwart geschenkt.
Auch auf spanischer Seite war ein Tor dabei, dem ein Ellbogen-KO-Schlag vorausging, der nicht geahndet wurde. Weiterlesen

5:0 – “Zuviel Mühe gegeben, um schlecht zu sein”

Das war die zweifellos präziseste Analyse des gestrigen WM-Eröffnungsspiels. Durch Wladimir Kaminer, Schriftsteller, Kabarettist, DJ, Cafe-Betreiber, Filmemacher, Talkshowgast, Lieblingsrusse. Ich lernte ihn vor etlichen Jahren im Bonner Pantheon persönlich kennen und erfuhr dort, dass er ausserdem ein beinharter Geschäftsmann ist.
Kaminer macht regelmässig Deutschland-Tourneen mit einem zweiteiligen Programm. Im ersten Teil, einer kabarettartigen Lesung kommt das linksliberale deutsche Publikum. Im zweiten Teil, der “Russendisko” wird der Saal dann von Russlanddeutschen überfüllt, in der Regel bis zum nächsten Morgen. Ein sicheres Geschäftsmodell für alle Beteiligten. Kaminer ist ein klarsichtiger Analyst, nicht nur von Fußball und Politik, Weiterlesen

Nigeria? – Pfannenstiel!

Nigeria war schon zu oft mein “Geheimfavorit”. Aber jetzt bin ich verunsichert. Der Weltenbummler Lutz Pfannenstiel weist auf Verjüngung und exzellente athletische Ausbildung dieser Mannschaft in einer “Todesgruppe” – andere Gruppen hatte Nigeria noch nie – hin.
Pfannenstiel muss einerseits ein Irrer sein, wo und wie der schon überall gelebt hat. Dümmer hat ihn das nicht gemacht. Bei der letzten Kontinentalmeisterschaft Südamerikas, die von Kabel 1 in den Nachtstunden übertragen wurde, war er Co-Kommentator, einer der fachkundigsten, die ich in der Glotze bis dahin gehört hatte. Seine Mikrofonstimme ist nicht optimal, aber das macht seine Expertise wieder wett. Darum dürfte er ein guter Fang für die WM-Berichterstattung der FAZ sein.
Noch kein Fieber – aber erhöhte Temperatur.

Klandestin und intransparent – der Fall Seppelt

Ist er vielleicht eine paranoide Nervensäge? Vielleicht für die Bundesregierung und die ARD.
Das Auswärtige Amt hat sicherlich genug Arbeit und Probleme. Da hat ein schwer kontrollierbarer Journalist, der sich an der Schnittstelle von Blockkonfrontationen bewegt und keine Rücksicht auf politische Interessen nehmen will, gerade noch gefehlt. Freiwillig und fahrlässig begibt er sich in Gefahr, und erwartet dann auch noch unseren Schutz. Nee, dafür haben wir jetzt keine Zeit. Sprachlich behilft man sich mit Textbausteinen aus dem Fall Skripal: “zu keiner andersgelageerten Einschätzung gelangen können” und versteckt sich hinter Geraune des Bundeskriminalamtes. Weiterlesen

Kaderprobleme der Borussias – WM-fieberfrei

Zuerst das Wichtige.
Nach der schlechten Rückrunde hat Max Eberl bei Borussia Mönchengladbach einiges zu tun. Wie schön, dass er dafür Ruhe hat, im Schatten des Windes, ja der Stürme, um andere Ereignisse. Nur Bonner Medien, die GA-Besitzerin Rheinische Post und der Express könnten dabei stören. Aber die hat er sich in Mönchengladbach gut erzogen: ab und zu ein Leckerli, und ansonsten Ruhe halten.
Eberl ist schon einige Probleme losgeworden – wie anders beim BVB in Dortmund, vor allem mit viel mehr Nullen. Weiterlesen

ARD wird DFB-TV

Mit dem Versuch des Nicht-drüber-reden hat der DFB für alle sichtbar in der Angelegenheit der Erdogan-Fans in seinen Reihen ein für jede*n wahrnehmbares vielleicht sogar WM-entscheidendes Eigentor geschossen. Doch gerade Menschen, die “was mit Medien” machen, lernen daraus am wenigsten.
Der ARD-Sportkoordinator ist nicht irgendwer, vor allen nicht so kurz vor der WM. Er ist so eine Art Bundestrainer für die Medienseite – er stellt die Mannschaft zusammen, erteilt bestimmte Aufträge, bestimmt Auswechslungen. Er ist unterm Strich in den nächsten 4 Wochen mächtiger als irgendein*e dahergelaufene*r ARD-Intendant*in. Weiterlesen

Der fatale Irrtum des Raushaltens

Talkshows, DFB, Löw/Özil/Gündogan

Wenn Demokratien von Rechten und Faschisten gestürmt werden, ist der wesentlichste Grund immer die Spaltung, Egomanie und Schwäche der demokratischen Kräfte. Der aktuelle deutsche Medien-, Entertainment- und Fußballbetrieb taugt als Fallstudie dafür.

Die zu Recht bepreiste Carolin Emcke hält es den prekären Talkshow-Redaktionen vor, was jetzt auch der deutsche Fußball versucht: was kann ich denn dafür? Ich will doch nur meinen Job machen. Lasst mich doch in Ruhe. Exakt diese feige Bräsigkeit, die Weigerung klar Stellung zu beziehen, ist das Problem. Und wenn es dann doch zwei wagten, ging es in Richtung Erdogan.

Die Bundeskanzlerin versuchte ihnen beizuspringen. Sie hätten sicherlich die Wirkung “nicht bedacht”. Weiterlesen

Noch ein Stöckchen für Özil/Gündogan?

Beim DFB, in einigen Spielerberaterkonzernen, kurz: im deutschen Fußballbusiness hyperventilieren sie jetzt. Schlechtes Spiel gegen die saudischen “Freunde”, schlechte Stimmung bei den Zuschauer*inne*n – es drohen schlechte Geschäfte. Letzteres ist, fürchte ich, übertrieben. Zwei WM-Boykotteure haben sich bisher bekannt: Ilja Trojanow und sein österreichischer Schriftstellerfreund Klaus Zeyringer. Mein eigener Boykott wird sich darauf beschränken, in diesem Leben kein Pay-TV-Abo mehr abzuschliessen. Das Geld von mir kriegt nicht Rupert Murdoch oder Leon Blavatnik, sondern Kamel Bsissa. Der arbeitet auch härter dafür.
Wenn Sie wieder rechts in die Spalte “Meistgelesen in 48 Stunden” blicken, sehen sie dort einen schon drei Wochen alten Text zu Özil/Gündogan von mir. Weiterlesen

Leitfaden zum “Kauf nicht bei Rechten”

Damals, als die Menschen noch gedruckte Zeitungen kauften, ging der Kaberettist Dietrich Kittner zu seinem Kiosk in Hannover und bestellte: “Einmal Lügenblatt bitte!” Er erhielt dann die sogenannte Zeitung, die viele von uns in der letzten Woche kostenlos im Briefkasten hatten. Nach Meinung des Medienjournalisten Stefan Niggemeier lügen die Verleger*innen dieser Zeitung heute noch, insbesondere wenn es um sie selbst und ihre eigenen Interessen geht. Andere, u.a. ich, meinen ausserdem, dass sich der auf Seite 2 vorstellende Herr Reichelt, sowohl als Talkshowteilnehmer als auch als Chefredakteur, wirksam in ideologischer Vorfeldarbeit für die Agenda der AfD betätigt.
Zum Glück ist es schon lange so, dass das von Kittner so treffend genannte “Lügenblatt” immer weniger Menschen kaufen, und noch weniger glauben, was sie darin lesen. Weiterlesen

Pfeifer gegen Gündogan: selber!

Das Publikum im schönen Leverkusen beliebte heute, Herrn Gündogan bei jeder Ballberührung auszupfeifen. Da haben Menschen gepfiffen, die sich freiwillig eine Karte gekauft haben für ein “Freundschaftsspiel” gegen: Saudi-Arabien!
So what?
Es wäre mal eine schöne Aufgabe für eine aus all unseren teuren sich selbst rühmenden Rechercheverbünden und Investigativredaktionen, die sogar schon mit Bundesverdienstkreuzen behängt werden: was genau macht die “Freundschaft” des DFB mit Saudi-Arabien aus? Oder wovor fürchten sie sich, dass sie es nicht tun?
Für den nächsten Gegner Saudi-Arabiens, das böse Russland, wird die Begegnung kein “Freundschafts-” sondern ein Pflichtspiel – das von Fans des schönen Fußballs allzeit gefürchtete WM-Eröffnungsspiel.

Syrien / Klopp / Sport inside

Überraschung: die Guten, die Anti-IS-Koalition hat in Syrien Kriegsverbrechen begangen. Und deutsche Waffen und deutsches Geld waren selbstverständlich mittendrin. Das hat Amnesty International untersucht, hier eine deutschsprachige Mitteilung, hier der komplette Report englisch.

Endlich kratzt mal eine an Jürgen Klopp. Birgit Schönau muss sich dafür aus Italien melden, und hat gut beobachtet. Klopp wird verehrt, weil er so eine glänzende PR-Performance hat, die allein viel wert ist, für ihn selbst, seinen Verein und die eskortierenden Medien. Aber es gibt immer eine Rückseite, Weiterlesen

Katar und die deutsche Fußball-Nomenklatura

Vor einigen Tagen meldeten deutsche Wirtschaftsteile besorgt, der als jähzornig bekannte saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman habe angekündigt, deutsche Konzerne von saudischen Milliarden-Ausschreibungen und -Aufträgen auszuschliessen, weil wir hier alle zu saudikritisch und zu iranfreundlich sind. Liegt es vielleicht an den Lebens- und Machtverhältnissen in diesen Ländern? Die in beiden Fällen nicht mit Demokratie zu tun haben, aber im Iran mehr Widerspruchsgeist öffentlich werden lassen?
Ein weiterer Grund könnte die Liebe unseres Grosskapitals und unserer Regierung zu Katar sein. Weiterlesen

Vom Fußball zum Wrestling – Sergio Ramos

Es gab mal einen Torwart von Werder Bremen, einer aus der Lauterer “Ehrmann-Schule” (das sind die “Männersport”-Ideologen in der Torhüterausbildung) – Namen hab’ ich vergessen, die rosa Trikots dagegen nicht – der ist furchtbar in die Wrestlingszene abgestürzt, Parkplatzschlägereien inkl., vermutlich weil er nicht mit Geld, und nicht mit sich selbst umgehen kann. Er muss es ziemlich ungerecht finden, dass im Vergleich dazu einer wie Sergio Ramos zur kommenden WM aufgeboten wird, und Weltmeister werden kann. Als der noch in Madrid war, soll er in der Mannschaft der beste Freund von Mesut Özil gewesen sein. Machen Sie sich selbst einen Reim draus.
In Barcelona ist der Sachverhalt bestens bekannt. Und in einem unabhängigen Katalonien würde er gewiss sofort verhaftet. Weiterlesen

Grünes Putin-Bashing mit Haßkappe

Eine skurille Situation beim eigentlich folgenlosen Polit-talk Anne Wills, aber eine Symtom derzeitiger Grüner außenpolitischer Orientierungslosigkeit und ökologischer Inkonsequenz. Nachdem bereits Robert Habeck und das Sprecherküken Annalena Baerbock in den letzten Wochen keine Gelegenheit ausgelassen hatten, in der Außenpolitik Putin-Bashing zu betreiben und die Northstream 2 Pipeline in Frage zu stellen, setzt nun Rebecca Harms mit ihrer Forderung, die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zu boykottieren noch einen Fladen Unsinn oben drauf.

Politisch ist nicht zu verstehen, warum die Grüne Spitze seit einiger Zeit gegen Northstream 2 polemisiert, zumal das gleichzeitig ein völlig unökologisches Einlassen auf US-Pläne bedeutet, Europa mit umweltzertörendem Fracking-Flüssiggas zu beliefern. Diese wird nicht nur vor Ort mit zweiflhaftesten Techniken – dem Pumpen von wilden Giftmischungen in Gestein und Sediment unter höchstem Druck – gewonnen, was Grundwasser und unterirdische Fauna ganzer Landstriche auf Jahrtausende verseucht. Es ist auch physikalisch kein ökologisch vertretbarer Rohstoff, denn bei der Verflüssigung von Erdgas und dem Transport per Schiff drohen hohe Verluste von bis zu 25% – ganz abgesehen von der Gefahr für terroristische Anschläge, die solche schwimmenden Bomben in internationalen Gewässern darstellen. Dass Grüne das offensichtlich ausbleneden, ist schon skuril.

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Welches Exempel wird am KFC Uerdingen statuiert?

Der KFC Uerdingen hat sich sportlich für die 3. Liga qualifiziert. Naja fast. Es fehlten 8 Spielminuten im Rückspiel in Mannheim, als er 2:1 führte, das Hinspiel war 1:0 ausgegangen. Dann kamen die Mannheimer Pyrotechniker und sorgten zielgerichtet für einen Spielabbruch. Die Täter waren vermummt und niemand hinderte sie an ihrem Tun, keine Polizei, keine Ordner*innen, keine Fans. So sah es für mich als TV-Zuschauer aus. Das Dritte übertrug live und der Reporter erging sich unaufhörlich in Aufregung über die “Wahnsinnigen”. Es wirkte ein bisschen wie die ukrainische Inszenierung um den nur angeblich ermordeten Journalisten: sehr billig und schlecht inszeniert. Weiterlesen

Zizou / Buhrow / #metoo damals

Mann soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Diese Spuchweisheit scheint Zinedine Zidane gut bekannt zu sein. Was sollte jetzt noch kommen? Seine Mannschaft ist überaltert und verwöhnt, eine partiell gewalttätige (Ramos) Multimillionärsbande, von nicht wenigen Intrigen durchzogen, der Verein von einem spanischen Oligarchen geführt, dem vielleicht gerade die politischen Felle wegschwimmen, und der mit Sicherheit ein komplett anderes Verständnis von Fußball hat. Zidane hat eine grosse Familie, die von ihm lebt, nicht nur Frau und Kinder, sondern auch Geschwister, die zum Teil Geschäfte in Frankreich für ihn erledigen. Kurz: er muss sich mehr um sein Unternehmen kümmern, Weiterlesen

Kölner Theater / Manni Breuckmann / Macron

Am Kölner Theater wird derzeit ein öffentlicher Intrigantenstadel aufgeführt. Dorothea Marcus komentiert in der taz (wortgleich gesendet im DLF) und macht auf einen überregionalen Sachverhalt aufmerksam: das Theatersystem entstammt der Zeit des Feudalismus und ist nach seinen Prinzipien organisiert. Das kann nicht mehr lange gutgehen, siehe #metoo und die davon aufgeworfenen Machtfragen, nicht nur in Köln – aber danke, dass Ihr in Köln immer wieder für so gute Unterhaltung sorgt.
Schön zu lesen, wie fit der Rentner Manni Breuckmann weiterhin agiert. Weiterlesen

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