Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Journalismus (Seite 4 von 6)

Behauptungsjournalismus

Warum sinkt das Vertrauen in Medien in ähnlicher Weise, wie schon das Ansehen der politischen Klasse gesunken ist? Die besten Analysen kommen aus dem Inneren. Thomas Knüwer, selbstständiger Unternehmer und einst Handelsblatt-Redakteur, behandelt in seinem Blog das Phänomen des Behauptungsjournalismus. Mit jeder Sparmassnahme in Verlagen, Anstalten und Journalistenschulen breitet er sich weiter aus. Da hilft auch Niesen in die Armbeuge nichts.
Ein Grund für diese Epidemie Weiterlesen

Dieselkrise – wie Frontal 21 sich selbst ausbremst

Ich habe hier schon in der Vergangenheit über mein Diesel Euro 5 Auto berichtet. Ein Benz, sparsam, wenig CO², dafür um so mehr NOx. Es gab ihn kurzfristig von Mai 2015 bis März 2017 mit Euro 6 b. Ich habe hier berichtet, wie ich herausgefunden habe, dass die Teile für Euro 6 alle im Ersatzteillager der DB AG “im Regal” liegen, um eingebaut zu werden. Der KAT, der Bluetech-Tank, Pumpe, Leitungen, die Sensoren alles – nur die Steuergerätesoftware hätte ich nie bekommen. Obwohl ich mannigfaltige Verbindungen zum Hersteller habe, war ich nicht erfolgreich. Ich war frustriert und verärgert, weil ich nicht geschafft habe, was es eigentlich gibt – die Möglichkeit von Euro 5 auf Euro 6 aufzurüsten – besser, als durch sogenannte “Softwareupdates”. Weiterlesen

Zahlen Sie (noch) für Journalismus?

Sie und ich zahlen eine Haushaltsabgabe für öffentlich-rechtliche TV- und Radioprogramme. Ist da Journalismus drin? Gefragt dazu, ob und in welchem Umfang wir das wollen, werden wir nicht. Ginge es nach mir und meinem Nutzungsverhalten, gingen 80% in Journalismus. Ginge es dagegen nach den Einschaltquoten ….hilfe, bloss nicht! Eine bessere Lösung wäre, wenn die engagierten Fans, sofern sie noch nicht ausgestorben sind, mehr mitwirken dürften. Nicht mit diesen ätzenden Call-In-Sendungen (das ist Trash, den ich sofort abschaffen würde), sondern beim diskutierenden Mitbestimmen, und beim Wählen der Aufsichtsgremien. Die digitalen Handwerkszeuge gibt es längst; die fassen die Sender aber mit der Kneifzange nicht an. Weiterlesen

Kein Medienmärchen – nur der Spiegel

Von mir hat der Spiegel noch nie eine Mark gesehen. Schon Ende der 70er Jahre lernte ich in der Praxis, dass sich die dort für was Besonderes haltenden Mitarbeiter*innen von – vom Spiegel aus gesehen – mikroskopisch kleinen Jugendorganisationen eine Weltsicht nicht durch Fakten kaputtmachen lassen wollten. Der Trick des Spiegel war und ist eine Präsentation und Schreibe, die das Gefühl vermittelt, der unbarmherzig-kritische Schreiber wisse schon “alles”, natürlich noch viel mehr, als er er hier schreibt. Unübertreffliches Beispiel war seinerzeit dir Formulierung, von wem sich Bundeskanzler Kohl “sein Ei aufschlagen” lasse. Boah, war das informiert … Weiterlesen

Vietnam – Somalia

ARTE zeigte in den letzten drei Wochen eine neunteilige Dokumentationsreihe aus der Küche des US-amerikanischen öffentlich-rechtlichen Minisenders PBS über den Vietnamkrieg. Sehr, sehr sehenswert, zum Teil immer noch anrührend. Warum sollte das heute immer noch angesehen werden? Der Vietnamkrieg war einer der letzten, über den besonders viel Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit gelangte. Er begründete so das Konzept des Embedded Journalism, Weiterlesen

Journalismus-Handwerk – warum immer weniger?

Zwischen 2011 und 2013 war Stefan Niggemeier 1 1/2 Jahre Angehöriger der Redaktion des Spiegel. U.a. verantwortete er seinerzeit seinen gemässigt selbstkritischen in Spiegel-online eingebetteten Spiegel-Blog. In dieser kurzen Zeit muss er eine beträchtliche Menge Feindschaften gesammelt haben. Wenn eine*r über einen Gegenstand “zuviel” weiss, schärft das im besten Falle den kritischen Blick; und im ungünstigen Fall führt es zur unbedachten Begleichung alter Rechnungen. Ich bin mir nicht sicher, Weiterlesen

Wieviel Zeit bleibt?

Der politische Diskurs in der Hauptstadt, von “politischer Klasse” und sie begleitender, eingebetteter Medien, hat sich vom gesellschaftlichen Leben weitgehend abgekoppelt, dreht sich um sich selbst: das wird “selbstreferentiell” genannt. Wen interessiert die Grünwende von Söder und sein Versuch, die CSU schneller zu verwandeln, als es der Kanzlerin mit der CDU gelungen ist, ausser die Betroffenen selbst? Oder gar, wer das schönste Amt nach Papst haben will? Ist das wichtiger als ein Sack Reis?

Machen sie am Golf das Licht aus?

Zwei Fragen dominieren unser aktuelles Weiterleben: Weiterlesen

Interessiert einen Scheiß und verblödet!

Als ich heute abend ZDF “Heute Nachrichten” einschalten wollte, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass meine Fernsehgebühren wieder einmal zweckentfremdet worden sind. Irrelevante Kicker irgendwelcher Kapitalinteressen von Fußballkonzernen, – Tottendings und Madribums – die mich einen Scheiß interessieren (Viktoria Köln gegen Hansa Rostock hätt ich mir angesehen!) flimmerten zur besten Sendezeit über den Schirm und verhinderten Aufklärung. Weiterlesen

Zwischen „Flüchtlingskrise“ und „Migrationspakt“

Mediale Lernprozesse auf dem Prüfstand
von Michael Haller / Otto-Brenner-Stiftung

„Die ‚Flüchtlingskrise‘ in den Medien“: das war 2017 Titel einer OBS-Studie, die auf große Resonanz stieß, über deren Ergebnisse heftig gestritten wurde und die zeitweise politisch instrumentalisiert wurde. Studienautor Michael Haller war zu dem Ergebnis gekommen, dass der tagesaktuelle Informationsjournalismus seiner Aufgabe bei der Berichterstattung über die „Flüchtlingskrise 2015/16“ nicht gerecht wurde: Weiterlesen

Reste des Journalismus – Vorbote Österreich?

Das hätte es auf meinem Schulhof im Gladbeck der 70er Jahre nicht gegeben: ein RWE- und ein S04-Fan reden vor den Entscheidungen des letzten Spieltages ganz sachlich und informativ über die Lage des deutschen Fußballs der Herren, Jürgen Zurheide und Manni Breuckmann. Zurheide zeigte seinem Ressortboss Heinemann kurz zuvor noch, wie ein DLF-Moderator Anton Hofreiter ohne Schaum vorm Mund kritisch befragen kann. Weiterlesen

Frauentag – »Ein anderer Journalismus ist möglich!«

von zahlreichen Journalistinnen – Vorbemerkung von Martin Böttger
Einem Mann, Frank Pergande/FAZ, ist das erste Porträt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gelungen, in dem ich sie wiedererkenne. Sie unterschätzen lassen, ist eine bewährt Methode kleinwüchsiger Damen – ihre männlichen Gegenstücke müssen sich immer aggressiv aufblasen, um auf dem Schulhof nicht verhauen zu werden. Frauen wie Svenja lösen das Problem mit Intelligenz.
Alina Schwermer/taz liefert einen sehr informativen Überblick über Frauen-Teamsport, den professionell zu betreiben immer unmöglicher wird – im krassen Gegensatz zu den Jungs. Nur “Sex sells”.
Den wichtigsten Text aber will ich im folgenden dokumentieren. Weiterlesen

Weisser Journalismus

Charlotte Wiedemann baut nach meinem Eindruck ein beeindruckendes Lebenswerk zu diesem Thema. Ihr Buch “Vom Versuch nicht weiß zu schreiben” habe ich in einem Rutsch an einem Nachmittag im Momo-Bistro-Sessel gelesen. Nachdem schon Bettina Gaus das Thema hier gestreift hat, fiel mir auf, dass auch Charlotte mit einem aktuellen Kommentar erneut öffentlich eingegriffen hat: der letzte Spiegel-Skandal ist für sie, und diese Sicht teile ich, ein weiterer klassischer Fall eines weissen Journalismus, der nichts abzugeben bereit ist.
In diesen Frame (Rahmen) passt Weiterlesen

Zur dreifachen Krise des Journalismus

von Armin Wolf
Festrede zur Verleihung des Otto-Brenner Preises am 19.11.2018 in Berlin

Vielen Dank für die Einladung! Ich fürchte allerdings, ich werde Ihnen in den nächsten zwanzig Minuten keine große Freude machen. Ich bringe nämlich schlechte Nachrichten.

Ich möchte über die Krise des Journalismus reden. Die wäre ja schon dramatisch genug, vor allem für uns Journalisten und Journalistinnen, aber ich fürchte, sie ist vor allem ein Symptom für etwas noch viel Bedrohlicheres, für eine Krise der Demokratie. Weiterlesen

Aussterbende Journalismus-Typen

Andreas Rossmann und Horst Tomayer
Vieles wird heute besser als früher. Journalismus scheint nicht dazu zu gehören. Letzte Woche prophezeite Lutz Hachmeister im DLF (in seinem Schlusswort am Ende dieser Sendung), er werde als “Journalismus der Reichen und ihrer Stiftungen” überleben. Ein grosser Unterschied zum auf Papier gedruckten Journalismus der Vergangenheit wäre das nicht. Was aber tatsächlich auszusterben scheint sind Journalist*inn*en, die sich ein Berufsleben lang mit einem Thema oder einer Sache verbinden.
Zum Beispiel Andreas Rossmann/FAZ, der Ruheständler. In der FAZ lieferte er eine kenntnisreiche Buchbesprechung zum Nachkriegsstädtebau im Ruhrgebiet ab. Weiterlesen

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