Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: uebermedien.de (Seite 5 von 9)

Angst vor der eigenen Nichtigkeit

(Kapitalistische!) Aufmerksamkeitsökonomie: Glasgow, Meta, Frankreich, „Cancel Culture“, Spiegel & Gates
Sibylle Berg ist darüber schon lange hinweg. Ich übe noch. Aufregung und Ärger zeigen uns, dass wir noch am Leben sind. Besser als anders. Wenn alles egal ist, ist es das (menschliche) Leben auch. Es ist also nicht egal, was die Weltgemeinschaft – organisiert in der UNO – in Glasgow veranstaltet und debattiert. Im Gegenteil. Wenn Ihnen „das alles“ zuviel ist, lesen Sie wenigstes Wolfgang Pomrehn/telepolis – der fasst das Wichtigste zusammen. Weiterlesen

#metoo: es rummst in Milliardärsverlagen

mit Update abends
Verlagsinterne Zensur sorgt für grössere Öffentlichkeit – mit Paywalls als Stolperdraht
Die Aufmerksamkeit für die Belästigung von Frauen durch den Springer-Chef-Milizionär Julian Reichelt wurde durch den Verlegermilliardär Dirk Ippen reanimiert. Er untersagte seiner Rechercheredaktion eine Berichterstattung darüber, und hat dadurch für umso grössere öffentliche Empörung gesorgt. Wunderbar! So gehen die Dinge voran. Weiterlesen

Kriminelle Vereinigung

Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an eine finanzstarke Kampagne, mit der wir im Kino belästigt wurden: „Raubkopierer sind Verbrecher!“. Und Windmühlenflügel, wie jedes Kind weiss, lebensgefährlich. Selbst das wirtschafts- und unternehmernahe Handelsblatt meinte damals, hier werde mit Streumunitionskanonen auf Spatzen geschossen. Es entstand ein mittelstandsgeprägter Wirtschaftszweig aus Anwaltskanzleien, die nicht genug zu tun hatten, und sich mit Abmahnungen gegen Minderjährige über Wasser zu halten versuchten. Weiterlesen

Xi Jinping / Nemi El-Hassan

Er braucht nur Geduld / Sie besser nicht
Die globalstrategischen Rivalen der Grossmacht China sind so blöd, dass sich 習近平 / 习近平 das gemütlich zuhause auf dem Sofa angucken kann. Er hat ja auch zuhause genug zu tun. Dabei machen seine kommunistischen Helfershelfer vieles von dem, was hiesige Demokrat*inn*en besser auch täten, um uns nicht privaten Konzernen hemmungslos auszuliefern. Aber das ist es ja. Weiterlesen

Der 20-jährige Krieg

… und die Pennermedien
Knut Mellenthin hatte ich hier schon gewürdigt. Sein Führerjob beim Kommunistischen Bund (bis 1991) war im Innern spektakulärer, als ich ihn seinerzeit von aussen wahrnahm. Das Agieren dieser Sekte in bündnispolitischen Zusammenhängen Ende der 70er Jahre weckte in mir und unter meinen Freund*inn*en Infiltrationsverdacht durch „Dienste“. Bei der Jungen Welt, die sich selbst als Beobachtungsobjekt des Inlandsgeheimdienstes feiert, sind sie der keineswegs abwegigen Meinung, dass so einer viel weiss. Weiterlesen

Wer an nichts glaubt, verliert

Zunächst vorbemerkt: ich bin Ungläubiger. Religionen hänge ich nicht an, Ideologien, so weit ich es selbst überblicke, auch nicht. Aus Letzteren setze ich mir selbst Elemente zu einem roten Faden, einer Linie, zusammen, die mir das menschliche Leben lebenswert machen bzw. erhalten soll. Ich bin ein Fan des Grundgesetzes, der besten Verfassung, die Deutschland jemals hatte, und an dem ich bedaure, dass es die Alltagspraxis dieses Landes zu wenig prägt: darum „Das Grundgesetz in die Gesellschaft hineintragen“ (Jungdemokraten, 70er Jahre). Weiterlesen

Stimmungsverbesserung

Gestern belästigte ich Sie mit schlechten Nachrichten. Darum im Folgenden ein Wiedergutmachungsversuch. Bitte schicken Sie die Kinder ins Bett, denn weiter unten geht es um Sex. Da ihre Kinder schon Bescheid wissen, würden sie sich von derartiger Langeweile gequält fühlen.
Also zunächst für die ganze Familie: Stefan Niggemeier/uebermedien hat sich den Spass gemacht, Sekundenbruchteile zusammenzuschneiden, die er in den ARD-Tagesthemen fand, wenn eine oder mehrere Personen gerade nutzlos im Studio herumstanden, und nicht wussten, welches Gesicht sie dazu machen sollten. Weiterlesen

Bildungskatastrophe der Spin-Doktoren

Bildpolitik und linke Medienstrategien – kleines Einmaleins und ABC, nirgends
An Corona kann es noch nicht liegen. Die Spin-Doktor*inn*en in der Hauptstadtblase sind alt genug, dass sie schon vorher ausreichend ihre Berufsschulen besucht haben können. Wie kommt es dann zu „Bereit, weil Ihr es seid“? Gegenüberstellung von „Wir“ und „ihr Wähler*innen“, Grossschreibung, wie sonst nur in Briefen/Emails üblich. Oder zu „Klima und Wirtschaft ohne Krise“, ein eindeutiger Fall von Fakenews? Weiterlesen

Polit-Magazine / Wohnungskonzerne

Daniel Bouhs/uebermedien analysiert die Kampflage der Politikmagazine in der ARD und im ZDF. Wie immer sehr sachlich, und mir ein bisschen zu brav. Die von ihm erwähnte Weigerung der Programmdirektionen, Abrufzahlen dauerhaft transparent zu machen, diesen Schluss überlässt er uns als Leser*innen, ist Teil von deren Machtstrategie. Wo kämen sie denn hin, wenn die öffentlich diskutiert, veri- und falsifiziert werden könnte? Wofür sind sie denn Chefs? Einen guten Vorschlag hat Bouhs immerhin, den ich gerne weiterdenke. Weiterlesen

Netz- und Impf-Milliardäre

Und Politmagazine-Plattmacher
Die „Nur-keine-Eile“-Mentalität, die Ulrich Horn zurecht beklagt, ist ein roter Faden, den ich hier weiterspinne. War es in diesem oder im vorigen Jahrtausend, in dem alle, die es wissen wollten, auch wissen konnten, dass sich im Netz demokratiegefährdende Macht- und Datenmonopole bildeten? Kaum 30 Jahre später, wollen sich die von uns Gewählten endlich drum kümmern. Zunächst nur zwei grüne Europaabgeordnete aus NRW, die Bonnerin und zeitweilige Extradienst-Gastautorin Alexandra Geese und Sven Giegold. Stefan Krempl/heise-online berichtet über eine von den beiden ausgerichtete Digitalkonferenz. Weiterlesen

Fakenews im ZDF

Renten-Fakes / Emcke-Diffamierung und Eigentore / Wagenknecht-Kritik
Was ist der Sinn von Medien? Wofür werden sie bezahlt? Private Medien werden dafür bezahlt, dass sie Mehrwert für ihre Besitzer*innen produzieren. In Deutschland hat das dafür gereicht, die meisten von letzteren zu Milliardärinnen zu machen (Männer mitgemeint). Soeben hat einer geerbt. Auch bei der Funke-Mediengruppe kauft eine Eigentümerin andere heraus, um unumschränkter herrschen zu können. Muss also was relevantes sein. Warum aber füttern uns unsere, die öffentlichen Medien mit Fakenews ab? Fragen Sie doch mal beim ZDF. Weiterlesen

„Staatsorgan“ lebt weiter

Die StaSi war so deutsch, dass sie im Heute weiterlebt
Es wäre zu platt und einfach zu behaupten, was ich schon immer geahnt habe: dass die StaSi von heute sich im Springerkonzern versteckt. Obwohl: komplett abwegig ist es leider auch wieder nicht. Die Kolleg*inn*en von Buzzfeed und uebermedien haben einen Einzelfall in die Finger bekommen und recherchiert, der das nahelegt und dokumentiert. Gute Arbeit, nur ein bisschen spät. Über 30 Jahre ist es her, dass die DDR-Spitzelbehörde (angeblich) aufgelöst wurde. Weiterlesen

Verkaufsstrategie II: der Umwerfer

„Es braucht außerdem atomisierte Menschen, die ebenfalls frei kombinierbar und einsetzbar sind und möglichst wenige soziale und kulturelle Beziehungen unterhalten, die ihre Verwertbarkeit beeinträchtigen könnten.“ Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Bei diesem Satz dachte ich sofort an die gegenwärtige Pandemiepolitik. Darauf bezieht er sich aber in seinem Kontext nicht (in erster Linie). Er stammt von Fabian Scheidler, der offensichtlich über eine bessere, glaubwürdigere Medienberatung verfügt, als die Grüne Parteispitze. Weiterlesen

Der ehrliche Schwabe

Geiz oder Offenheit? Oder offener Geiz? Journalist*inn*en fürchten den Berufstod
Da gestern nicht der 1. April war, ist es wohl wahr, was Boris Rosenkranz/uebermedien über die provokativ-„innovative“ Schwäbische Zeitung schreibt. Die will doch tatsächlich die Pressemitteilungen von Vereinen und Verbänden nicht nur abschreiben, sondern das sogar optisch kennzeichnen. Und lobt sich selbst für ihre fabelhafte Verankerung in ihrem publizistischen Verbreitungsgebiet. Wenn sie ihre Mitarbeiter*innen weniger an eingeschickten Texten arbeiten lässt, haben alle was davon. Journalismus stört nicht mehr. Weiterlesen

Wer hat dich nur so ruiniert?

Betriebsklima und Unternehmenskultur in NDR und WDR
Als Extradienst-Gastautor Hans Conrad Zander mir zum ersten Mal im WDR-Programm auffiel („Rotkohl – das Magazin der Jungkonservativen Bewegung Deutschlands“, mit Georg Bungter), war der WDR für mich noch ein Leitmedium, mit der Anmutung eines Kreativitäts-Treibhauses, mit zeitweiligen Anwandlungen von Widerständigkeit. Zanders unwiderstehliche schweizerische Intonation würde heute niemand mehr ans Radiomikrofon lassen. Darum ist heute ist das meiste Versendete schnell wieder vergessen. Weiterlesen

Klima vor 8

Die wankenden Männer Buhrow und Erdogan
Der nicht selten überforderte Intendant Tom Buhrow (WDR, und derzeit ARD-Vorsitz) hat der Verlagsgesellschaft der FAZ einen Gastbeitrag „Wo die ARD im Jahr 2030 steht“ geliefert, den die FAZ prompt einmauerte. Hat der Intendant den Beitrag kostenfrei geliefert? Wie kann er dann in der Paywall landen? Oder wurde er honoriert? Zu welchen Vertragsbedingungen? Und warum hat sich der von ihm geführte WDR nicht vorbehalten, den Beitrag des von ihm bezahlten Intendanten in den eigenen Medien zu dokumentieren, als selbstverständliche Form der Rechenschaftslegung? Stattdessen nur ein Werbehinweis für die FAZ.
Ich kann ihnen zusammenfassen: Sie haben nicht viel verpasst. Weiterlesen

#metoo: im WDR läuft es nicht rund

Boris Rosenkranz/uebermedien berichtete gestern (hinter Paywall, die erst in einer Woche aufgelöst wird) darüber, dass die „Dienstvereinbarung“, die nach der Henke-Affäre erarbeitet und vereinbart worden war, vom WDR-Personalrat im Herbst 2020 gekündigt worden sei. Sie muss neu verhandelt werden. Die Vereinbarung sah Ansprech- und eine Clearingstelle vor, die offensichtlich nicht aus der Sicht aller Beteiligten funktioniert haben. Der Mediendienst dwdl hat bei uebermedien mitgelesen, und berichtet offen zugänglich, was uebermedien hinter Paywall meldet. Weiterlesen

Desasterfabriken

Haben Sie schon mal von der „Bundesfinanzpolizei“ gehört? Ich auch nicht. MdB Fabio de Masi, der seit dem Wirecard-Skandal eine mindestens für sich selbst (Listenaufstellungen und Wahlen rücken näher) exzellente PR-Arbeit macht, nennt sie Desasterfabrik. Das lese ich in einem Beitrag von Extradienst-Autorin Annette Hauschild für telepolis (Korrekturlesen wäre nicht schlecht gewesen, aber dafür bekommt sie dort wenigstens Honorar). Die Botschaft ihrer Recherche ist (leider) nicht neu: Deutschland ist ein Geldwäscheparadies, insbesondere sein „Immobilienmarkt“. Weiterlesen

Framing

Was ist „die Wissenschaft? / Was ist ein „Aussteiger“?
Bei unbestimmten Rechtsbegriffen, sehr beliebt z.B. auch „der/die Gefährder*in“, fällt es umso leichter, einer Geschichte, die ihn nicht von selbst mitbringt, den gewünschten „Spin“ zu geben. Politik und Kommunikation scheint bisweilen aus nichts anderem als dieser undurchsichtigen Technik zu bestehen. Und dann bleibt ja noch zu urteilen: Technik ist nicht aus sich heraus böse. Es kommt auf Ziele und Zwecke ihrer Nutzer*innen an. Sich davon nicht ernstgenommen, zu ruhrgebietsdeutsch; verarscht zu fühlen, bleibt dem subjektiven Urteil jeder*s Einzelnen überlassen.
Lockdown und Infektionen – ohne Zusammenhang? Weiterlesen

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